Haben Sie Teamverständnis?

27.02.2012

Manche Anforderungen in Stellenausschreibungen haben scheinbar wirklich Bestand.  So verhält es sich auch mit dem Anspruch nach ausgeprägter Teamfähigkeit eines Bewerbers, die jedoch bemerkenswerterweise in keinem Berufsbild explizit als Ausbildungsfach angeboten wird. Fakt ist aber, dass diese Fähigkeit offenbar von großer Relevanz ist, um überhaupt in die engere Auswahl der Bewerber zu gelangen.

Was kennzeichnet Teamfähigkeit eigentlich?

Teamfähigkeit bedeutet, dass ein Mensch in der Lage und Willens ist, sich in existierende oder neu zu gestaltende “Gruppen” fördernd einzubringen. Das kann sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext der Fall sein. Der hohe Anspruch besteht darin, dass jeder im Rahmen seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten dem Team einen Nutzen bringt. Dieser Nutzen soll einen positiven Einfluss auf das (Arbeits-)Ergebnis des Teams haben, und wird deshalb als wichtige Fähigkeit gehandelt.

Wer hatt’s erfunden? Schaun Sie selbst:

Irrtümer im Teamverständnis

“Wir sitzen doch alle in einem Boot” – dieser Satz wird gern und häufig bemüht, wenn es um die Beschwörung von Gemeinsamkeit und Zusammenhalt im beruflichen oder auch im privaten Kontext geht.

Stellen Sie sich ein Achter Ruderboot vor, in dem jeweils vier Ruderer in die eine Richtung schauen und die anderen vier Ruderer in die entgegengesetzte Richtung. Erst durch das Umsetzen von vier Beteiligten und dem damit verbunden “Perspektivenwechsel” wird dieses Team überhaupt handlungsfähig.

So jetzt stimmt aber alles – oder? Das Team sitzt gemeinsam im Achter, die Sichtweisen stimmen, aber sie kommen dem gesteckten Ziel einfach nicht näher, denn das “Handwerkszeug”, die Ruder, fehlen.

Also ist es durchaus nicht allein damit getan, gemeinsam in einem Boot zu sitzen.

Es bedarf mehr – sehr viel mehr – um ein Team zu werden!

Was aber macht eine Gruppe von Menschen eigentlich zu einem Team?

Ein Team ist eine Arbeitsgruppe,

• die unter Nutzung der unterschiedlichen Ressourcen ihrer Mitglieder

• an einem gemeinsamen oder mehreren gemeinsamen Ziel(en) arbeitet

• dies in einer geregelten, strukturierten und organisierten Form tut und

• über diese Struktur und Organisation (kontinuierlich) reflektiert.

Das bedeutet zwangsweise, eine Gruppe von “Individualisten“ ist bei weitem kein Garant für ein erfolgreiches Team.

Was genau unterscheidet eine Gruppe von einem Team?

Die nachfolgenden Fragestellungen können Ihnen dabei helfen, die Abgrenzung zueinander transparenter zu gestalten:

  • Wie gestaltet sich die Organisation?
    Gruppe: Locker und unverbindlich
    Team: Straff und verbindlich
  • Welche Ziele existieren?
    Gruppe: Verfolgung unterschiedliche Ziele
    Team: Alle verfolgen dasselbe Ziel
  • Was hat Priorität?
    Gruppe: Gruppenzugehörigkeit ist unwichtig
    Team: Teamzugehörigkeit hat erste Priorität
  • Welche Interessen werden verfolgt?Gruppe: Häufig Eigeninteressen
    Team: Alle „ziehen an einem Strang“
  • Woher kommt die Motivation?
    Gruppe: Kommt von außen (Ich muss!)
    Team: Kommt von innen (Ich will!)
    Wer will ist extrem intrinsisch motiviert!
  • Wo ist der Wettbewerb?
    Gruppe: Vereinzelte Konkurrenz untereinander
    Team: Konkurrenz ist nach außen gerichtet
  • Wie wird kommuniziert?
    Gruppe: Sowohl offen als auch verdeckt
    Team: Offen mit Feedback
  • Wem wird vertraut?
    Gruppe: Wenig untereinander und in die Gruppe
    Team: Stark untereinander und in das Team

Sie ahnen es schon, ein erfolgreiches Team muss – wie vieles im Leben – aufwendig entwickelt werden.
Das bedeutet per se die Bereitschaft für langfristige Arbeit und viel Engagement in sich und ins Team.

Meine Praxiserfahung dokumentiert mir leider immer wieder, dass die Mehrheit von Teams weit unter ihrem möglichen Leitungsniveau liegen , weil sie im wahrsten Sinne des Wortes “verwahrlosen”.

Lassen Sie das nicht zu! Investieren Sie in Ihr Team – es zahlt sich auch für Sie aus!

Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen und Anmerkungen.

Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke

[ der Mensch macht's! ] – gerade auch im Team

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Defizite in der Chefetage?

22.02.2012

Gemäß der aktuellen Studie “Lessons for Leaders from the People Who Matter” der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI), bescheinigten direkte Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung ihren Vorgesetzten Defizite in deren Führungsverhalten. Die 1.279 weltweit befragten Studienteilnehmer beklagten unter anderem den Mangel an empathischen Verhalten gegenüber dem Mitarbeiter, Ineffektivität und die Abwesenheit von relevanten Führungsqualitäten.

So charakterisierten 34 % der Befragten ihre Führungskräfte als nur manchmal oder niemals effektiv. 37 Prozent sagten, sie seien nur manchmal oder niemals motiviert, ihre Maximalleistung für ihre gegenwärtige Führungskraft zu geben.

Man würde sogar lieber einen Strafzettel, eine Erkältung oder einen schmerzhaften Kater hinzunehmen, als ein schwieriges Gespräch mit ihrem Chef zu führen, bekannten einige Teilnehmer der Studie.

Was bedeutet das?

“Das einzig Beständige ist der Wandel” – sagte einst schon Friedrich Engels. Wobei bei diesem Zitat der eigentliche Clou im enthaltenen Widerspruch liegt. Die aktuellen unternehmerischen Rahmenbedingungen sind geprägt von Globalisierung und damit steigendem Wettbewerb, wirtschaftlichen Herausforderungen, demografischem Wandel, kurzen Produktlebenszyklen und das bei akutem Fachkräftemangel. Na herzlichen Glückwunsch an alle Führungskräfte!

Noch nie waren die Ansprüche an die täglichen Herausforderungen im Tagesgeschäft der Führungskräfte prägnanter. Das eigentliche Dilemma für die extrem geforderten Führungskräfte besteht aber darin, dass die Qualität ihrer Führungskultur letztendlich von den jeweils geführten Mitarbeitern bewertet wird. An dieser Tatsache hat sich in all den Jahren des Wandels generell nichts verändert.

Zurück zur Studie. Die “frohe” Kunde an die leidgeprüften Chefs lautet: Die befragten Mitarbeiter wollen selbst keine Führungsrolle übernehmen - warum bloß nicht? Die Befragung ergab doch, dass 45 Prozent der Mitarbeiter tatsächlich der Meinung waren, einen besseren Job als der gegenwärtige Vorgesetzte machen zu können. Aber weniger als die Hälfte der Befragten (46 Prozent) wollen auch dessen Aufgaben übernehmen. Als ablehnende Gründe wurden dabei der enorme Erfolgsdruck, das hohe Maß an Übernahme von Verantwortung und damit verbundener zusätzlicher Stress angegeben. Ja – aus der zweiten Reihe lässt sich eben immer einfacher schießen.

Ich persönlich halte nix davon, mit Dreck immer nur in eine Richtung zu werfen. Die aktuellen Herausforderungen sind für mich nur in einem Miteinander zu stemmen. Das aufeinander zugehen und die aufrichtige Bereitschaft zum empathischen Verhalten auf beiden Seiten kann dabei wahre Wunder bewirken. Das wiederum kann trainiert werden!

Hier noch die auditive Variante meines Appells:

Das waren meine paar Gedanken zur Studie. Welche Impulse löst sie bei Ihnen aus?
Ich freue mich wie immer auf Anmerkungen, Stellungnahmen und Gedanken jeglicher Art.

Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke

[ der Mensch macht's! ] – extrem in der Führungsrolle

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