Effektive Mitarbeiterbindung – Teil 1

17.10.2011

Viele Führungskräfte “vergraulen” unbeabsichtigt, aber dennoch effektiv ihre persönlichen Leistungsträger, weil sie Geld irrtümlicherweise immer noch für den Bindungsfaktor schlechthin halten – welch ein folgenreicher Irrtum.

Das stimmt mich immer traurig und nachdenklich zugleich! Warum?

Weil diese Führungskräfte die wahren Bindungsfaktoren offenbar nicht kennen, wobei die meisten davon nicht einen Cent kosten.

Wer ein WARUM zu leben hat, erträgt fast jedes WIE.
(Friedrich Nietzsche)

Folgendes selbst praktizierte Beispiel macht deutlich, worum es mir geht:

Ein Mitarbeiter von mir in der Kundendienstabteilung reparierte Bürostühle. Jeden Arbeitstag schaut er zu Arbeitsbeginn in seinen PC um die aktuellen Aufträge abzurufen – Zahlen, Daten und Fakten. Jeden Tag dieselbe Prozedur – kein Wunder, dass gelegentlich dringende Kundenaufträge tagelang geschoben wurden. Auf entsprechende Nachfragen meinerseits reagierte er mit einem “Alles der Reihe nach, auch ich habe nur zwei Hände.”

Was konnte ich tun? Wie den Mitarbeiter motivieren?

Ich hatte folgende Idee. Ich bat einen Außendienstmitarbeiter eben diesen Mitarbeiter zu einem demnächst anstehenden Kundenbesuch mitzunehmen.

Die erste Reaktion des Kunden war folgende: “Gott sei Dank sind Sie mitgekommen! Wir haben ein paar Probleme mit … Als er und der Außendienstler wieder im Unternehmen waren suchte ich Ihn auf, um mir vom Kundenbesuch berichten zu lassen. Mein Mitarbeiter schilderte spontan folgendes Gefühl: “Herr Natzke, die brauchen mich ja wirklich! Ohne mich kommen die nicht voran.” Sie ahnen es schon, die Bearbeitungszeiten der Kundenaufträge halbierten sich nahezu. Warum?
Nun, weil mein Mitarbeiter den Sinn seinen täglichen Arbeit erkannt, nein, hautnah erlebt hat. Wobei das nur die kurzfristige Wirkung war. Langfristig hatte ich einen treuen und loyalen Mitarbeiter gewonnen. Eine Bilderbuch Win-win-Situation war entstanden.

Lassen auch Sie Ihre Leistungsträger den Sinn ihrer Arbeit erleben. Weil Sinnhaftigkeit wirkungsvoller bindet als vieles andere.

Management by “Walking around”

Viele Mitarbeiter kündigten wegen der “mangelnden Betreuung durch Vorgesetzte” – ein weiter trauriger Fakt. Wann sehen Sie ihre Führungskraft? Eine häufige Antwort auf diese Frage lautet: “Nur dann, wenn sie was von uns will – oder etwas etwas in die Hose gegangen ist.”
Zeigen Sie  Präsenz! Und damit meine ich nicht, dass Sie permanent Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stehen – schließlich haben Sie auch ein paar Dinge zu erledigen. Nein –  ich rede davon, im relevanten Augenblick dem Mitarbeiter das Gefühl zu vermitteln, dass er den Mittelpunkt Ihres Denkens und Handelns bildet.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Mal angenommen, eine Mitarbeiterin sucht Sie auf, obwohl Sie in wenigen Minuten zu einem dringenden Meeting müssen. Wie würden Sie darauf reagieren? Der Regelfall wird sein: “Frau … , ich habe gerade keine Zeit für Sie, weil ich gleich in ein wichtiges Meeting muss.”
Wie würden Sie sich fühlen? Kalt abserviert – oder? Wie würde Ihnen diese Antwort gefallen – bei identischer Ausgangssituation: “Hallo Frau … , es geht gerade etwas hektisch zu, Sie kennen das ja auch. Ein wichtiges Metting wartet auf mich, aber die nächsten fünf Minuten widme ich mich nur Ihnen!”
Wow – das hinterlässt Wirkung. Ihre Mitarbeiterin registriert Ihren Zeitdruck sehr wohl und noch viel mehr, dass Sie sich unter diesem Druck auch noch Zeit für Sie nehmen. Sei fühlt sich wichtig – ein wirklich gutes Gefühl.

Wenn Sie nur fünf Minuten Zeit pro LeistungsträgerIn jeden Tag investieren, so kann in der Regel erst gar kein Leidensdruck entstehen, der ein größeres Zeitfenster von Ihnen erfordert.
Wer diese Zeit nicht invertieren kann oder will, verdient keine “High Potentials”.

Weitere Anregungen zur Gratis-Mitarbeiterbindung erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.

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Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke

[ der Mensch macht's! ] – besonders bei der Mitarbeiterbindung

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Aktive Mitarbeiterbindung

10.10.2011

In den letzen Monaten höre ich Führungskräfte häufig darüber klagen, dass für viele Aufgaben und Tätigkeiten trotz intensiver Bemühungen entweder gar kein, oder nur unzureichend qualifiziertes Personal zu bekommen ist.

Fakt ist: Es herrscht Fachkräftemangel in Deutschland!

Diese Tatsache erfordert bei manchen Führungskräften ein rigoroses Umdenken in ihrem Führungsverhalten. Es ist im globalem Markt geradezu „überlebensnotwendig“ geworden, überdurschnittlich gute Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden.

Die Überraschung:
Der monetäre Aspekt ist dabei nicht der wirklich relevante Faktor.

Was aber ist bei Fachkräftemangel zu tun?
Richtig – man jammert lautstark darüber!

Mir geht es den beiden folgenden Blogbeiträgen darum, Methoden und Techniken zu beschreiben, die einfach funktionieren. Und solange etwas funktioniert, das ist ein Fazit aus meiner gemachten Erfahrung, dann liegt es in der Regel am achtsamen Umgang mit den Details. Die Beachtung des Filigranen macht den Unterschied zwischen amateurhaftem Experiment und meisterlichem Können aus.

Die weniger professionelle Führungskraft versucht häufig, einen wirklichen Leistungsträger – high performer – an sich zu binden, indem sie sich für X Euro mehr Entgelt einsetzt. Das ist ebenso simpel wie mittel- und langfristig absolut wirkungslos. Mehr Geld wird relativ schnell zur Gewohnheit und hat damit lediglich den Status eines Hygienefaktors – mehr aber auch nicht.

Wie Sie Ihre Leistungsträger und „high performer“ auf „Nummer Sicher“ parken können und wie Sie Management-Retention dabei unterstützt, verrate ich Ihnen in den folgenden zwei Blogbeiträgen.

Begleiten Sie mich auf dem Weg vom Amateur zum Professional – es lohnt sich!

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euer Wolfgang Natzke

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Krankenstand – 2009 mit Rekordtief

29.10.2009

Der Krankenstand ist so niedrig wie nie! Laut Bertelsmann Stiftung gaben „42 Prozent der abhängig und selbstständig Beschäftigten an, in den vergangenen zwölf Monaten zweimal oder öfter krank zur Arbeit gegangen zu sein.” Gehören Sie auch zu denen, die trotz Migräne und Bauchschmerzen lieber zur Arbeit gehen, als sich zu Hause auszukurieren?

Wenn ja, dann haben auch Sie zu dem niedrigsten Krankheitsstand seit Anfang der Messung in Deutschland beigetragen!

Der Krankenstand ist eine Kennzahl, die die Erkrankungszeiten der Berufstätigen den zu leistenden Arbeitszeiten gegenübergestellt. Seit der Einführung der Krankenstand Statistik 1970 sanken die Zahlen kontinuierlich und erreichten nun einen Rekordtiefstand. Das Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte, dass im ersten Halbjahr 2009 der Krankenstand in gesetzlichen Krankenversicherungen durchschnittlich bei 3,24 Prozent liegt. Das entspricht etwa 3,5 Arbeitstagen pro Beschäftigtem.

Der Krankenstand – Wieso ist er so niedrig?

Der niedrige Krankenstand bestätigt: Die Deutschen fehlen weniger krankheitsbedingt!

Doch warum ist das so? In Zeiten der Wirtschaftskrise haben viele Angst, ihren Job zu verlieren. Entlassungen und Umstrukturierungen verschlimmern die Angst, arbeitslos zu werden. Anstatt ihre Krankheit rechtzeitig zu melden und auszukurieren, erscheinen viele Berufstätige krank zur Arbeit. Experten sprechen hier vom sogenannten Präsentismus. Aus Pflichtgefühl gegenüber dem Unternehmen und den Mitarbeitern gehen Kranke trotzdem zur Arbeit. Doch kranke Menschen sind unproduktiver als Gesunde! Durch fehlende Konzentration passieren mehr Fehler und Unfälle.

Folge: Die Qualität sinkt.

Denken Sie in dem Moment nicht an die Mehrarbeit für Kollegen und ausfallende Termine, sondern an Ihre Gesundheit! Krankheiten werden oft an Mitarbeiter weitergegeben. Gehen Sie nach Hause und erholen Sie sich. Damit schaden Sie dem Unternehmen weitaus weniger, als wenn Sie aus Pflichtgefühl erscheinen und neben unproduktiver Arbeit noch andere anstecken!

Krankenstand und mögliche Schlüsse daraus

Der gesunkene Krankenstand lässt allerdings keine Schlüsse auf den tatsächlichen Gesundheitszustand von Beschäftigten zu. Denn dass dieser so niedrig ist, liegt nicht an deren besserer Gesundheit, sondern daran, dass Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit erscheinen. Wie oft die Beschäftigten wirklich krank sind, kann dem Krankenstand daher nicht entnommen werden.

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Wichtige Informationen rund um den Urlaubsanspruch

06.10.2009

Mit dem Urlaubsanspruch ist das schon so eine Sache: Wer träumt nicht davon, dem altbekannten, grauen Büro-Alltag zu entfliehen, die Sommerhemden, Flip-Flops und Sonnencreme in den Koffer zu packen und am nächstgelegenen Flughafen den besten Flieger Richtung Sonne zu buchen? Doch lässt der Chef Sie so schnell in den sonnigen Süden oder andere Feriendomizile aufbrechen? Mein Thema heute: Wie sieht es eigentlich mit dem Urlaubsanspruch in Deutschland aus?

Urlaubsanspruch hängt zum Teil von Tarifverträgen ab

Urlaubsanspruch ist nicht gleich Urlaubsanspruch. Jeder Arbeitnehmer hat gesetzlichen Anspruch auf eine bestimmte Zeit Erholungsurlaub. Im Gegensatz dazu gibt es beispielsweise noch den Bildungsurlaub. Während des Urlaubs bleibt die Vergütungspflicht des Arbeitgebers (Urlaubsentgelt) bestehen. Bei einer Fünftagewoche hat der Arbeitnehmer in der Regel einen Urlaubsanspruch von 20 Urlaubstagen. Bestreitet der Arbeitnehmer eine Sechstagewoche, so stehen ihm insgesamt 24 Urlaubstage zur Verfügung. ($ 3 BUrlG).

Je nach Branche kann es für die Arbeitnehmer allerdings auch mehr Urlaubstage geben, denn der Urlaubsanspruch variiert von Branche zu Branche. Entweder einzel- oder tarifvertraglich können Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen höheren Urlaubsanspruch vereinbaren. Hierbei sind allerdings der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu berücksichtigen. Der Urlaubsanspruch beginnt erstmals nach den ersten sechs Monaten im Unternehmen. Wird das Arbeitsverhältnis frühzeitig beendet, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses.

Welchen Urlaubsanspruch haben Teilzeitkräfte?

Der Urlaubsanspruch gilt selbstverständlich auch für Teilzeitkräfte, wie z.B. 400-Euro-Kräfte. Einer Teilzeitkraft steht derselbe Urlaubsanspruch zu wie einer Vollzeitkraft. Um die Urlaubstage einer Teilzeitkraft zu berechnen, gilt allgemein die Regel, dass der Urlaub, den Sie Ihren Vollzeitkräften gewähren, durch die Wochenarbeitstage Ihres Betriebs geteilt werden. Dieses Ergebnis wird mit der Zahl der Tage multipliziert, die die Teilzeitkraft in Ihrem Unternehmen arbeitet, was im Normalfall zwei Tage in der Woche sind.

24 Urlaubstage : 6 Arbeitstage = 4; 4 x 2 Arbeitstage TZ-Kraft = 8 Urlaubstage

Um die Mitarbeitermotivation zu erhöhen, können Verhandlungen über den Urlaubsanspruch angeboten werden.
Können wir Sie weiter beraten? Dann nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

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Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?

02.10.2009

Eine krankheitsbedingte Kündigung wird vom Arbeitgeber ausgesprochen, um in zulässiger Weise einem Arbeitnehmer zu kündigen der aufgrund einer Erkrankung, seinen Arbeitsvertrag nicht mehr erfüllen kann. Damit eine krankheitsbedingte Kündigung trotz speziellen Kündigungsschutzes ausgesprochen werden kann, beinhaltet das Kündigungsschutzgesetz drei Bedingungen, damit die Kündigung wirksam ist.

Krankheitsbedingte Kündigung – Kriterien für die Kündigung

Eine krankheitsbedingte Kündigung kann Sie nicht aus heiterem Himmel treffen. Durch das Kündigungsschutzgesetz (KschG) genießen Sie als Arbeitnehmer einen allgemeinen Kündigungsschutz. Im KschG finden Arbeitgeber drei Gründe, um Mitarbeiter ordentlich entlassen zu können. Neben der Kündigung aus Gründen in der Person des Arbeitnehmers, besteht auch die Möglichkeit zur Kündigung aus Gründen im Verhalten des Arbeitnehmers sowie die Kündigung aus betriebsbedingten Gründen.

Die betriebsbedingte Kündigung ist der bedeutendste Aspekt der personenbedingten Kündigung. Einem Arbeitnehmer kann während seiner Krankheit die Kündigung ausgesprochen werden. Das bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der durch das Kündigungsschutzgesetz eigentlich geschützt ist, dennoch bei gewissen Vorraussetzungen gekündigt werden kann.

Wann kann eine krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen werden?

Damit eine krankheitsbedingte Kündigung gültig ist, müssen folgende drei Kriterien erfüllt werden:

  • Zum Zeitpunkt der Kündigung muss eine „negative Gesundheitsprognose” vorliegen, das bedeutet, dass dem Arbeitnehmer weitere Erkrankungen prognostiziert werden.
  • Im Betrieb muss es, durch das Fehlen des Arbeitnehmers, zu Störungen des Betriebsablaufs bzw. zu enormen Belastungen des Arbeitgebers bei der Lohnfortzahlungen kommen.
  • Bei der abschließenden Interessenabwägung muss der Arbeitgeber die beiderseitigen Interessen ausgewogen berücksichtigen. Lohnt es sich noch angesichts der Schwere der Krankheit, des Alters des Arbeitnehmers, dass der Arbeitnehmer jemals wieder im Unternehmen arbeitet?

Erst wenn alle drei Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine krankheitsbedingte Kündigung wirksam. Arbeitsgerichte unterscheiden bei der krankheitsbedingten Kündigung vier spezielle Fallkonstellationen. Häufige Kurzerkrankungen, dauernde Arbeitsunfähigkeit, langandauernde Krankheit und krankheitsbedingte Leistungsminderung.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema krankheitsbedingte Kündigung?
Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.

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