Defizite in der Chefetage?
Gemäß der aktuellen Studie “Lessons for Leaders from the People Who Matter” der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI), bescheinigten direkte Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung ihren Vorgesetzten Defizite in deren Führungsverhalten. Die 1.279 weltweit befragten Studienteilnehmer beklagten unter anderem den Mangel an empathischen Verhalten gegenüber dem Mitarbeiter, Ineffektivität und die Abwesenheit von relevanten Führungsqualitäten.
So charakterisierten 34 % der Befragten ihre Führungskräfte als nur manchmal oder niemals effektiv. 37 Prozent sagten, sie seien nur manchmal oder niemals motiviert, ihre Maximalleistung für ihre gegenwärtige Führungskraft zu geben.
Man würde sogar lieber einen Strafzettel, eine Erkältung oder einen schmerzhaften Kater hinzunehmen, als ein schwieriges Gespräch mit ihrem Chef zu führen, bekannten einige Teilnehmer der Studie.
Was bedeutet das?
“Das einzig Beständige ist der Wandel” – sagte einst schon Friedrich Engels. Wobei bei diesem Zitat der eigentliche Clou im enthaltenen Widerspruch liegt. Die aktuellen unternehmerischen Rahmenbedingungen sind geprägt von Globalisierung und damit steigendem Wettbewerb, wirtschaftlichen Herausforderungen, demografischem Wandel, kurzen Produktlebenszyklen und das bei akutem Fachkräftemangel. Na herzlichen Glückwunsch an alle Führungskräfte!
Noch nie waren die Ansprüche an die täglichen Herausforderungen im Tagesgeschäft der Führungskräfte prägnanter. Das eigentliche Dilemma für die extrem geforderten Führungskräfte besteht aber darin, dass die Qualität ihrer Führungskultur letztendlich von den jeweils geführten Mitarbeitern bewertet wird. An dieser Tatsache hat sich in all den Jahren des Wandels generell nichts verändert.
Zurück zur Studie. Die “frohe” Kunde an die leidgeprüften Chefs lautet: Die befragten Mitarbeiter wollen selbst keine Führungsrolle übernehmen - warum bloß nicht? Die Befragung ergab doch, dass 45 Prozent der Mitarbeiter tatsächlich der Meinung waren, einen besseren Job als der gegenwärtige Vorgesetzte machen zu können. Aber weniger als die Hälfte der Befragten (46 Prozent) wollen auch dessen Aufgaben übernehmen. Als ablehnende Gründe wurden dabei der enorme Erfolgsdruck, das hohe Maß an Übernahme von Verantwortung und damit verbundener zusätzlicher Stress angegeben. Ja – aus der zweiten Reihe lässt sich eben immer einfacher schießen.
Ich persönlich halte nix davon, mit Dreck immer nur in eine Richtung zu werfen. Die aktuellen Herausforderungen sind für mich nur in einem Miteinander zu stemmen. Das aufeinander zugehen und die aufrichtige Bereitschaft zum empathischen Verhalten auf beiden Seiten kann dabei wahre Wunder bewirken. Das wiederum kann trainiert werden!
Hier noch die auditive Variante meines Appells:
Das waren meine paar Gedanken zur Studie. Welche Impulse löst sie bei Ihnen aus?
Ich freue mich wie immer auf Anmerkungen, Stellungnahmen und Gedanken jeglicher Art.
Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke
[ der Mensch macht's! ] – extrem in der Führungsrolle
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