Konfliktlösung in 4-Stufen – Stolpersteine

06.06.2011

Im Gespräch mit Mitarbeitern sind wir uns häufig nicht bewusst, welche unerwartete Wirkung unsere Worte auf den Gesprächspartner haben können, was besonders für spontane Gespräche gilt. Gerade im hektischen betrieblichen Tagesgeschäft wird Sprache als vertrauter unreflektierten Prozess genutzt. Die Verwunderung ist immens, wenn die Gesprächssituation unvorhersehbar eskaliert, obwohl wir es im eigentlichen Sinne “nur wohlwollend gemeint” haben. Wir haben schlichtweg ignoriert, dass auch durch die gewählte Sprache Gewalt auf den Gesprächspartner ausgeübt werden kann, was als verbale und nonverbale Konsequenz Ablehnung und Widerstand bewirkt.

Das im letzten Blogbeitrag beschriebene 4-Stufenmodell nach Rosenberg unterstützt Sie dabei, Ihrem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, weder bewertet noch abgewertet zu werden. Es genügt – eine einfache Bitte – wohl begründet und in ehrlicher Absicht zu formulieren.

Mögliche Stolpersteine

  • Wer eine Bitte äußert, muss Klarheit darüber haben, dass er dem andern die Option zugesteht, dass der Bitte NICHT entsprochen wird. Das erfordert Akzeptanz, ansonsten wäre es keine Bitte, sonder eher ein Appell, der seinerseits verbale Gewalt ausüben würde.
  • Die tiefe innere Überzeugung, dass “gewaltfreie Kommunikation” generell schon funktioniert, nur eben nicht bei dem Menschen, mit dem Sie gerade in einen Konflikt verwickelt sind. Auch wenn Sie schon  alle Register zur Konfliktklärung gezogen haben, zweifeln Sie nicht, sonder wagen Sie einen Versuch – es lohnt!

Vermeiden Sie …

  • Kritik: “Ihr Standpunkt ist falsch, das müssen Sie so sehen …”
  • Wertungen: “Sie sind …”
  • Interpretationen: “Sie machen das, weil …”
  • Sanktionen: “Wenn Sie nicht …, dann …”
  • Statusdenken: “Sie müssen doch einsehen, dass ich als Meister …”

Der Weg

Trainieren Sie sich darin,

  • vermehrt auf die Gefühle des Gesprächspartners zu achten,
  • stärker die Bedürfnisse des Gesprächspartners herauszufinden,
  • Interpretationen von Fakten zu trennen,
  • häufiger zu bitten, anstatt zu fordern.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung und die nötige Ausdauer.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – besonders in der Konfliktbearbeitung

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Konfliktlösung in 4-Stufen

03.06.2011

Auch für den Industriemeister kommt die Zeit der Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit seinen Mitarbeitern oder Vorgesetzten. Es sind in der Regel stark emotional geführte Gespräche, wobei die Ursachen häufig in Missverständnissen, Überforderung, Zeitdruck, Intoleranz und natürlich auch in scheinbar konträren Meinungen und/oder Glaubensgrundsätzen liegen können.

Konflikte sind in der Zusammenarbeit von Menschen jedoch Normalität und sorgen für die Weiterentwicklung eines Unternehmens. Sie können unter gewissen Voraussetzungen sogar die “Quelle” für einen geschäftlichen Erfolg sein. Daher ist ein professioneller Umgang mit Konflikten und den zu erarbeitenden Lösungsansätzen sowohl sinnvoll, als auch notwendig.

Es gibt viele Konfliktlösungsstrategien, wobei die von dem international anerkannten Konfliktforscher und Mediator Dr. Marshall B. Rosenberg sehr leicht erlernbar ist. Bei dem von Rosenberg entwickelten 4-Stufen-Modell geht es nicht darum, seine eigenen Interessen mit aller Macht durchzusetzen, sondern der Gesprächspartner hat die freie Wahl, dem Konfliktpartner einen Wunsch zu erfüllen oder nicht. Er unterstellt dabei, dass die meisten Menschen gern einem anderen Menschen einen Wunsch erfüllen – wenn es in ihrer Macht steht und – wenn der Wunsch als ehrliche Bitte geäußert wird.

Konfliktlösung nach dem Vier-Stufen-Modell

Es geht bei diesem Ansatz zur Konfliktlösung darum, durch eine empathische (einfühlende) Sprache Konflikte “friedlich” zu lösen und dabei gleichzeitig die Beziehung zum “Konfliktpartner” lebendiger zu gestalten. Die Methode hat durchaus eine größere Erfolgschance, als die uns mehr vertraute “gewalttätige” Sprache, da sie bei allen Menschen eher Abwehr und Widerstand hervorruft.

Nun zu den zu durchlaufenden vier Stufen:

Stufe 1:
Objektive Beschreibung des Sachverhalts

Stufe 2:
Wahrnehmung und ehrliche Formulierung der eigenen Gefühle

Stufe 3:
Darstellung der eigenen Bedürfnisse, des eigenen Wertesystems, also dem Grund, weshalb der Konflikt entstanden ist

Stufe 4:
Konkrete Bitte aussprechen

Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter von Ihnen räumt sein Werkzeug nicht weg.

Was sagen Sie ihrem Mitarbeiter?

  • “Sie sind so was von schlampig, nie räumen Sie ihr Werkzeug weg.”

oder

  • “Ihr Werkzeug liegt am Arbeitsplatz herum. Ich ärgere mich sehr darüber, weil die Abteilung dadurch unordentlich wirkt. Ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie ihr Werkzeug wegräumen, wenn Sie es nicht mehr benötigen.”

Welche Ansprache erzielt wohl mehr ziel führende Wirkung beim Mitarbeiter?

Lassen Sie uns die zweite Aussage doch einmal gemäß der vier Phasen analysieren.

Stufe 1 – Sachverhalt: Das Werkzeug liegt herum
Stufe 2 – Gefühl: Ärger
Stufe 3 – Bedürfnisse: Sie wollen, dass die Abteilung ordentlich und aufgeräumt ist
Stufe 4 – Bitte: Nicht benötigtes Werkzeug wegräumen

Um die möglichen Stolpersteine bei dieser Konfliktlösungsstrategie geht es im nächsten Blogbeitrag.

Unabhängig davon können dauerhaft ignorierte Konflikte bei Ihren Mitarbeitern zu Demotivation und im Extremfall sogar zu Erkrankungen, wie dem Burnout-Syndrom führen.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – besonders in der Konfliktbearbeitung

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Der Mensch macht’s

25.05.2011

Gerade für den Industriemeister kommt es auf die Menschen – seine Mitarbeiter – an.

Produkte und Dienstleistungen erfahren einen Großteil ihrer Wertschöpfung an der Basis durch die Mitarbeiter an der Basis. Ebenso werden jene Produkte und Dienstleistungen wiederum beim Kunden in der Regel von dessen Mitarbeiter an der Basis benötigt und eingesetzt.

Offensichtlich ist es extrem relevant, was jeder einzelne Mitarbeiter an der Basis tatsächlich tagtäglich tut.

Es sind Fragen, wie “Tut er das Richtige?” oder “Führt er diese richtigen Tätigkeiten auch richtig durch?”, die es zu beantworten gilt.

Das Handeln und Verhalten der Mitarbeiter an der Basis wird maßgeblich durch Ihre Führungskultur als Industriemeister bestimmt. Führung bedeutet dabei, Menschen auf ein Ziel hin zu führen. Dieses “Ziel” wird immer häufiger als die kostengünstige Generierung eines vom Kunden wahrgenommenem Nutzen verstanden. Sollte Ihnen das gut gelingen, ernten Sie als logische Konsequenz messbaren Erfolg. Erfolg ist, wenn erfolgt, was Sie wollen!

Die Kombination macht’s

Durch eine Bündelung von Fachkompetenz und Führungskompetenz können Sie den Erfolg steigern. Ihre Mitarbeiter an der Basis verfügen über die notwendige Fachkompetenz welche sich durch die korrekte Durchführung der Tätigkeiten bemerkbar macht. Ihre Führungskompetenz dokumentiert sich darin, dass von Ihren Mitarbeitern das Richtige getan wird.

Die überaus spannende Frage lautet nun, wie ist Ihre Führung zu gestalten, damit kontinuierlich von allen Mitarbeiter das Richtige richtig getan wird?

Vor einigen Tagen habe ich eine Reportage gesehen, die das Managerseminar Dirigieren & Führen vorstellte, indem sich die Teilnehmer im dirigieren eines Orchesters übten. Ein grandioser Ansatz, denn Ihre Aufgabenstellung ist durchaus mit einer Orchesterführung vergleichbar. Genau wie Sie, verfügt der Dirigent über eine Vielzahl von “Experten”. Jeder dieser “Experten” ist ein Virtuose auf seinem Instrument und ein Könner auf seinem Gebiet. Das allein reicht jedoch nicht für ein erfolgreiches Konzert. Hierfür ist ist es erforderlich, dass ein gemeinsames Stück in gemeinsamer Inszenierung gespielt wird. Gelingt es dem Dirigenten in einer begrenzten Zeit nicht, diesen Konsens herzustellen, alle Beteiligten für das aufzuführende Stück zu gewinnen und gemeinsam das angestrebte Ziel durch Professionalität aller “Experten” zu erreichen, werden die Kunden – das Publikum – enttäuscht sein und in Zukunft andere Aufführungen besuchen. Langfristig wird sich das Orchester auflösen, da den Kosten keine Umsätze gegenüberstehen.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – speziell in der Mitarbeiterführung

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Die TOP10 Führungstipps

02.05.2011

Unsere Fachkompetenz erwerben wir in einer umfangreichen und häufig aufgestockten Aus- und Weiterbildung. Der Begriff um das lebenslange Lernen hat längst Einzug in unseren Sprachgebrauch und in unsere Erkenntnis der Notwendigkeit gehalten. Nur an einer qualifiziert erlernten Führungs-Ausbildung mangelt es Führungskräften in Deutschland noch immer! Warum ist das so? Mitarteiterführung ist doch kein Mysterium oder Voodoo, sondern ein erlernbares Handwerk.

Die frohe Botschaft lautet daher: Führung ist erlernbar – auch für Sie.

Worauf sollten Sie achten um Ihre Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren damit gemeinsam die gewünschten Ziele erreichbar werden?

Hier ist sie – die TOP10 der Führungstipps:

  • Vertrauen schenken – Positive Erwartungshaltung
    Trauen Sie Ihren Mitarbeiter Gutes zu – vertrauen Sie
  • Vereinbarungen treffen – Mitarbeiter einbeziehen
    Finden Sie ein Ziel, dass dem Unternehmen und dem Mitarbeiter dient
  • Ergebnis zählt – Das “Wie” klärt der Mitarbeiter
    Ihre Mitarbeiter wissen, welche Mittel und Ressourcen sie benötigen, um das Vereinbarte zu erreichen
  • Stärken im Blick – Schwächen akzeptieren
    Konzentrieren Sie sich auf die Stärken Ihrer Mitarbeiter – akzeptieren Sie Schwächen, die im Arbeitsergebnis nicht hinderlich sind
  • Prioritäten setzen - Klarheit vermitteln
    Schaffen Sie Klarheit bei Ihren Mitarbeitern, was Pflicht und Kür ist
  • Positiv denken – Phantasie beflügelt
    Prüfen Sie Ihre Einstellung zu Aufgaben, denn sie beeinflusst die Ihrer Mitarbeiter nachhaltig
  • Wechselwirkungen sehen – Was ist mein Anteil daran?
    Modifizieren Sie bei “Mitarbeiterproblemen” Ihre eigenes Verhalten
  • Job-Gestaltung – Blick für Talente
    Prüfen Sie, ob durch Umgestaltung des Jobs oder anderen Mitarbeitereinsatz ein besseres Resultat möglich ist
  • Herausfordern – Abwechslung für die Mitarbeiter
    Bieten Sie Herausforderungen gegen lähmende Langeweile an
  • Offenheit – Kein Theater spielen
    Schaffen Sie sich Zeit für Wesentliches, indem Sie so offen und ehrlich wie möglich zu Ihren Mitarbeitern sind

(Quelle: zehn.de)

Die Berücksichtigung der obigen Führungstipps sollte Ihnen deutlich mehr Nähe und Akzeptanz bei Ihren Mitarbeitern verschaffen – Schritt für Schritt.

Wenn Sie ergänzende Beiträge, Impulse oder konstruktive Kritiken für mich haben – jederzeit und wie immer gern!

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – speziell in der Mitarbeiterführung

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Verantwortungsbereitschaft beim Mitarbeiter – wie geht das?

27.04.2011

Haben Sie auch Mitarbeiter, die sich lieber jede Kleinigkeit von Ihnen als Industriemeister absegnen lassen, bevor sie selbst die Verantwortung übernehmen? Eine von Ihnen vielleicht angestrebte Entlastung, durch Übernahme von Verantwortung über den jeweiligen Arbeitsplatz des Mitarbeiters hinaus – völlige Fehlanzeige! Was ist also zu tun?

Mit den alten Waffen wie die Ausübung von Druck und/oder Autoritätsgehabe können Sie nicht wirklich punkten, wenn Sie Eigenverantwortung bei Ihren Mitarbeitern entwickeln wollen. Durch strikte Anweisungen bieten Sie Mitarbeitern sogar die Chance, die Verantwortlichkeit, falls etwas in die Hose geht, auf Sie abzuwälzen. Ja – wie denn sonst?

Über die Bande spielen – der weitaus erfolgreichere Weg – nicht nur beim Billard

Durch passende offene Fragestellungen – Fragen die eben nicht nur mit einem simplen Ja oder Nein zu beantworten sind -  können Sie das Verantwortungsgefühl bei vielen Ihrer Mitarbeiter auf indirekte Art und Weise steuern.  Es müssen dabei individuelle, auf den jeweiligen Mitarbeiter abgestimmte Fragen sein, die Ihn selbst zum Denken und konsequentem Handeln motivieren.

Ein Beispiel:

“Wie, Herr Schlämmer, würden Sie die Aufgabe Durchlaufoptimierung in der Galvanik lösen, wenn Sie völlig frei Hand hätten?
Haben Sie eine smartere Idee, als die konventionellen Ansätze?

Durch eine derartige Fragestellung können Sie die Delegation von Verantwortung durchaus charmant vorbereiten.

Struktur durch die 5-W-Fragen

Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, die Vorbereitung zur  Bereitschaft von Eigenverantwortung strukturiert vorzubereiten.
Folgende Fragen beantworten SIE Ihren Mitarbeitern, in dem Sie eindeutige Aussagen treffen und klare Vorgaben machen:

  • Was-Frage: Was muss getan werden?
  • Wann-Frage: Bis wann muss etwas getan werden?
  • Warum-Frage: Warum muss oder sollte etwas getan werden?

Die folgenden Fragen beantworten Ihre Mitarbeiter:

  • Wie-Frage: Wie soll die Aufgabe ausgeführt werden?
  • Womit-Frage: Welche Mittel werden benötigt, um die Aufgabe erfolgreich auszuführen?

Ergänzende Hinweise:

Fragen 1-2
In der Regel erhalten Mitarbeiter auf die Was- und Wann-Frage für sie sehr klare und befriedigende Angaben .

Frage 3
Die Angaben zur Warum-Frage wird häufig nicht so ganz befriedigend für Ihre Mitarbeiter ausfallen. Hier müssen Sie als Führungskraft eine ebenso klare und deutliche Aussage machen und den unternehmerisch übergeordneten Zusammenhang, in den die Aufgabe integriert ist, verdeutlichen. Damit fällt es Mitarbeitern häufig viel leichter, ihre Verantwortung für das große Ganze deutlicher zu erkennen.

Frage 4
Die Wie-Frage lassen Sie Ihre Mitarbeiter selbst beantworten. Denn wenn ein Mensch einen eigenen Lösungsweg erarbeiten darf, übernimmt er damit automatisch auch Verantwortung für das Resultat.

Frage 5
Das gilt auch für die Womit-Frage. Ihre Mitarbeiter können in der Regel sehr gut selbst einschätzen, welche Mittel und Ressourcen sie benötigen, um ein vereinbartes Resultat zu erzielen.

Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Ihre Mitarbeiter auch mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet sind, um die gewünschte Verantwortung übernehmen zu können.

Durch diese Vorgehensweise stärken Sie die Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter und behalten die Hauptregie doch in Ihrer Hand.

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Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – insbesondere in der Delegation von Verantwortung

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Erfolg-versprechender Motivationskontext

18.04.2011

Es fasziniert mich doch immer wieder zu beobachten, zu welchen Aktivitäten und damit häufig einhergehender Anstrengungen Menschen in ihrer Freizeit ohne jeglichen Druck  fähig sind. Auch die Übernahme von arbeitsintensiven Ämtern und Diensten in Vereinen, Organisationen, Parteien und anderer ehrenamtlicher Tätigkeiten stellen offenbar keine Hürde dar – manchmal sogar bis zur Selbstaufopferung und Bedrohung der eigenen Familiensituation.

Die eigentlich interessante Frage ist aber für mich:
“Was hindert Menschen, solch phantastisches Engagement so selten in ihrem Job zu entwickeln?”

Die folgende mögliche Antwort erscheint mir manches mal schon zu simpel zu sein. Der Mehrheit der Menschen ist es eben offenbar weniger wichtig, ob es richtig ist, sondern viel mehr was es ihnen nützt und/oder ob es befriedigend für sie ist.

Wenn ich mich an meine aktive Zeit als Arbeitnehmer zurück erinnere,  so haben mir einige direkte Führungskräfte meine tief empfundene Freude am Job aktiv nachhaltig verdorben. Reinhard K. Sprenger hat das so treffend in folgende Worte gefasst: “Menschen kommen zu Unternehmen, aber sie verlassen Vorgesetzte!”

Daraus folgt doch, dass nur diejenige Führungskraft wirkliche Mit-Arbeiter hat, die es versteht, die jeweils passende kontextbezogene Rahmenbedingung zu schaffen. Solche Mitarbeiter sind hochgradig motiviert und voller Begeisterung für ihre jeweilige Tätigkeit. Es sind eben Fans – die wiederum Fans machen. Wo das nicht zutrifft, gilt es zu klären, ob dieser Mitarbeiter in dieser Position und/oder an der richtigen Aufgabe beteiligt ist. Eventuell sind es auch einfach ungeklärte Konflikte im täglichen Arbeitsumfeld oder gelegentlich ist es eben auch nur nicht der passende Mitarbeiter.

Zur Führung gehört auch die Übernahme von Verantwortung und die Fähigkeit Entscheidungen treffen zu können. Daher dürfen sich Führungskräfte der Sicherstellung der Leistungserbringung sowie der Forderung & Förderung aller ihrer Mitarbeiter nicht entziehen.

Durchaus motivierende Rahmenbedingungen sind:

  • Verständlich kommunizierte, klare Unternehmensziele
  • daraus abgeleitete, klare Teilzielaufgaben für die jeweilige Führungskraft
  • Gefördertes aktives Mitwirken an der Ausarbeitung von Team- und Abteilungszielen
  • Klarheit über Erwartungen der beteiligten Teams
  • Berücksichtigung der Werte mit sich daraus ergebenden verbindlichen Regeln
  • Effektive Feldbackgespräche auf partnerschaftlicher Ebene

Mein Leitspruch als Führungskraft war:
“Mache DEINE Mitarbeiter erfolgreich und DU wirst selbst erfolgreich sein!”

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Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – nachhaltig in der Mitarbeitermotivation

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Innere Kündigung – gibt es Notausgänge?

28.03.2011

In diesem Blogbeitrag geht es als Abschluss zum Thema “Innere Kündigung” um mögliche Vermeidungsstrategien bzw. Auswege aus der inneren Kündigung.

Letztendlich sind die Gründe für eine Innere Kündigung sehr individuell und ihr Ursprung auf unterschiedlichsten Ebenen zu finden. Daher scheiden Lösungen von der Stange – Standardlösungen – im Vorfeld generell aus, vielmehr gilt es, einen individuellen Fluchtweg für den Betroffenen zu finden. Diese Fluchtmöglichkeit muss aber zwingend an den persönlichen Ursachen anknüpfen, da ansonsten die Wirksamkeit eher zweifelhaft ist.

Ich habe nachfolgend ein paar Ansätze zusammengetragen, wobei  diese lediglich als Inspiration zu verstehen sind.
Dauerhaft Betroffenen empfehle ich wohlwollend professionelle Hilfe, wie z.B. durch einen Coach oder Psychologen, in Anspruch zu nehmen.

Notausgänge für die  inneren Kündigung

  • Profiling-Instrumente effektiv nutzen

    Durch konsequente Anwendung unterschiedlichster Profiling-Instrumente kann seitens des verantwortlichen Personalmanagements ein Maximum an Übereinstimmung zwischen den Unternehmenszielen und den Zielen des jeweiligen Mitarbeiters ermittelt werden. Die Suche nach völliger Übereinstimmung ist eher aussichtslos – präventive Konfliktvermeidung kann auf diese Weise jedoch in vielen Fällen erfolgversprechend umgesetzt werden.

  • Sinnhaftigkeit – ein Angebot für Suchende

    Den Wert Sinnhaftigkeit im Tun verfolgt meiner Erfahrung nach die Mehrheit der Mitarbeiter. Wenn jetzt aber die Ausrichtung oder Vision des Unternehmens weder erkennbar oder noch schlimmer für unrealistisch gehalten wird, sind Mitarbeiter geneigt ihr Engagement nach unten zu korrigieren – man richtet es sich eben ein.
    Hier schafft ein transparentes und konkretes Zukunftsbild motivierende Abhilfe. Eine durch eine Vision verbundene Mannschaft lässt Mitarbeiter zu Fans werden.
    Dieser Ansatz findet eine so wunderschöne Beschreibung in dem bekannten Zitat von Antoine de Saint-Exupéry:

    „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

    Darüber hinaus schaffen Visionen Gemeinschaft und Identität für das Tun.

  • Karriere-Endstationen – was dann?

    Wie sieht der typische Verlauf bei einem Mitarbeiter aus, der es bisher gewohnt war die Karriereleiter aufzusteigen und nun am “Anschlag” angelangt ist? Häufig ist ein verstärktes Engagement zu beobachten, da er diese Wahrheit für sich nicht zulässt. Erst ab dem Zustand der Bewusstheit, dass der vertraute Aufstiegt für ihn beendet ist, endet häufig im Prozess der Inneren Kündigung.

    Ein möglicher Ausweg liegt in der Erweiterung der bisherigen Tätigkeiten des Mitarbeiters, die motivierend wirken kann, wenn im Vorfeld die dafür nötigen Fähigkeiten überprüft wurden

Damit bin ich am Ende meiner kleinen Blogreihe zum Thema “Innere Kündigung” angelangt. Längst ist nicht alles dazu gesagt – wenn aber meine Zeilen einen Beitrag zur Sensibilisierung, Findung von Auswegen oder gar zur Prävention geleistet haben, dann waren sie nicht sinnlos.

Wenn Sie ergänzende Beiträge, Impulse oder Kritiken loswerden wollen – ich freue mich darauf!

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – speziell in der Prävention.

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Innere Kündigung – welche Trigger gibt es?

14.03.2011

In meinem letzten Blogbeitrag ging es um die möglichen Zeichen, die auf eine innere Kündigung hinweisen können.
Diesmal soll es um “Auslöser” – Trigger – gehen, die den Prozess einer inneren Kündigung beim Mitarbeiter anstoßen können.

Nur nochmals zur Erinnerung:

Der Prozess der inneren Kündigung vollzieht sich innerlich und unsichtbar.

Die Frage, die sich die betroffene Führungskraft nun stellt, lautet:
“Wie konnte es dazu kommen und, erschwerend, was hätte ich dagegen tun können und müssen?”

Wenn ein Mitarbeiter seinen Job nicht mehr mit dem gewohnten Engagement verfolgt und die Arbeitsleistung immer schwächer wird, so hat das immer Ursachen. Häufig liegt die Ursache im Unternehmen selbst oder zumindest in der jeweiligen Abteilung oder Gruppe. Das bedeutet, es existiert eine reelle Chance für SIE, etwas dagegen zu unternehmen.

SIE können präventive Maßnahmen praktizieren, indem SIE die folgenden TOP-Ursachen kennen und vermeiden lernen.

  • Dem Mitarbeiter mangelt es an kontinuierlichem kommunikativem Austausch.
  • Er fühlt sich von allen Führungsebenen unzureichend oder falsch informiert.
  • Anweisungen und Entscheidungen sind für ihn nicht transparent.
  • Bei Delegationen fühlt er eine große Kluft zwischen Verantwortung und erteilten Kompetenzen.
  • Er ist der festen Überzeugung, dass er für seine Leistung zu selten Anerkennung erfährt.
  • Er sieht keine Chance zu positiven Veränderungen hin.
  • Er fühlt sich chronisch unter- und/oder überfordert.
  • Er empfindet seine Aufgabenstellung als schwammig.
  • Er leidet unter der seiner Meinung nach hinderlichen Bürokratisierung und Formalisierung.
  • Er sieht keine Sinnhaftigkeit in seiner Tätigkeit.
  • Er wurde durch Nichterfüllung von beruflichen Erwartungen oder Versprechungen mehrfach enttäuscht.
  • Er empfindet permanenten Zeitdruck.
  • Er fühlt sich als Mobbingopfer und sich selbst überlassen.
  • Er empfindet die Verantwortlichkeiten als unübersichtlich.

SIE können das Ruder herumzureißen und einer inneren Kündigung den Nährboden nehmen – wenn SIE wollen und können!

Denn es gibt für SIE drei Optionen:

  • Ignorieren
  • Weglaufen
  • ÄNDERN - Ich wünsche IHNEN ein Spiegelbild, auf das SIE stolz sein können!

Das bedeutet per se, die Bereitschaft zur Arbeit am System und mit jedem Mitarbeiter.

Ich wünsche IHNEN die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die Sie nicht verändern können;
ich wünsche IHNEN den Mut, Dinge zu ändern, die Sie verändern können;
und ich wünsche IHNEN die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Ich freue mich, wie immer, auf Stellungnahmen und Meinungen zum Thema.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

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Innere Kündigung – welche Zeichen gibt es?

07.03.2011

In meinem letzten Blogbeitrag ging es um die monetären Kosten, die “innere Kündigungen” deutschen Unternehmen verursachen.
Heute soll es um “Signale” gehen, die auf eine eventuelle innere Kündigung hinweisen können.

Nur nochmals zur Erinnerung:

“Eine innere Kündigung beinhaltet den Entschluss eines Arbeitnehmers, seine Leistungsbereitschaft sowie seinen Arbeitseinsatz stillschweigend und bewusst herunterzufahren. Dabei vollzieht sich dieser Entschluss möglichst unauffällig, um einen Arbeitsplatzverlust zu verhindern.”

Es besteht dabei , wie schon erwähnt, ein starker Abhängigkeit zwischen der inneren Kündigung und der Mitarbeiterzufriedenheit.

Eine extreme Form von Frustration, also deutlichem Mangel an Arbeitszufriedenheit,  ist dabei die innere Kündigung eines Arbeitnehmers – ca. 18 Prozent aller Arbeitnehmer sind gegenwärtig bereits derartig frustriert. Die Problematik liegt im Verlauf dieses Prozesses, da er ich langsam und schleichend vollzieht. Dies wiederum hat zur Folge, dass er häufig weder vom Vorgesetzten noch vom Betroffenen selbst in aller Konsequenz und Bewusstheit wahrgenommen wird.

Erst eine vom Vorgesetzten wahrgenommene Leistungsreduktion führt zu bekannten Konsequenzen, wie etwa einem Kritikgespräch. Die praktizierten Konsequenzen treiben den Betroffenen häufig noch schneller im eigentlichen Prozess voran.

Auf welche “Warnsignale” können Sie als Führungskraft achten?

  • Kontinuierliche Reduktion der Arbeitsleistung – bis zum absoluten Minimum
  • Vorhandene Entscheidungsspielräume werden nicht ausgeschöpft
  • Kritische Reflexionen werden immer seltener -  Tendenz zum Ja-Sager
  • Einst vorhandene Eigeninitiative bröckelt immer mehr
  • Engagement und Leidenschaft nehmen ab
  • Karrierewille stirbt ab
  • Kommunikationsbereitschaft lässt nach
  • Unkommentiertes Akzeptieren & Ausführen von Anweisungen
  • Peinliche Einhaltung der vorgeschrieben Arbeitszeiten
  • Zunehmende Passivität im Team
  • Der Privatier wird zunehmend kultiviert
  • Tendenz zu Null Eigeninitiative
  • Kritik & Sanktionen zeigen wenig bis keine Wirkung
  • Keine Bereitschaft zur Leistung von Überstunden bei verstandener Notwendigkeit
  • Wenig bis keine Bereitschaft zur persönlichen Weiterentwicklung

Die oben aufgeführte Liste der möglichen Warnsignale will und kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
Wenn sie dabei behilflich ist, Sie in Ihrer Wahrnehmung zu unterstützen und zu entlasten, dann hat sie ihren Zweck mehr als erfüllt.

Ich freue mich wie immer auf Stellungnahmen und Meinungen zu dieser leider aktuellen Thematik.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

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Burnout Prävention auf Meisterebene

04.03.2011

Von GastautorIn:  Ursula Jocham

Burnout Prävention auf Meisterebene – oder:
Der beste Schutz gegen chronische Überlastung sind die richtigen Vorbilder

Was ist ein Mitarbeiter? Ein Mitarbeiter ist mit anderen Menschen zusammen in einem Unternehmen tätig.

Sind alle Mitarbeiter eines Unternehmens gleich? Nein. Manche sind „gleicher“ als andere.

Manche Mitarbeiter haben eine Führungsposition inne, sind in einer Vorgesetztenfunktion – wie z.B. ein Industriemeister. Ein Industriemeister hat „seine“ Mitarbeiter, es sind also bestimmte Menschen und deren Leistung für die er verantwortlich ist.

Ist ja super…, – da brauchen also die Meister nichts mehr arbeiten, weil ihre Mitarbeiter ja die ganze Arbeit tun…?

Schön wäre es, – aber weit gefehlt. Denn zusätzlich zu dem meist noch reichlich vertretenen fachlichen Arbeiten – der Meister springt selbstverständlich ein, wenn Not am Mann oder der Frau ist und sieht sich meist als zusätzliche Fachkraft – ist dieser in seiner Vorgesetztenfunktion zusätzlich mit Arbeiten betraut, die man Führungsaufgaben nennt.  Er soll seine Mitarbeiter führen, sie steuern und dafür sorgen, dass alle ihm anvertrauten Mitarbeiter in die gleiche Richtung marschieren, so handeln um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Dabei ist der Meister selbst auch wieder nur ein Mitarbeiter, der einen eigenen Vorgesetzten hat: den Firmeninhaber, Geschäftsführer oder Hauptabteilungsleiter.

Der Meister wird also quasi ständig mit zwei unterschiedlichen Rollen und Anforderungen konfrontiert.

Als Vorgesetzter erwarten seine Mitarbeiter von ihm:

  • Loyalität, Respekt, faires und gerechtes Verhalten
  • Die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse

Als Mitarbeiter erwartet sein Vorgesetzter von ihm:

  • Loyalität, Mitdenken und Engagement

Na toll… Aber der Meister hat ja auch die Chance sowohl von seinem Vorgesetzten als auch von seinen Mitarbeitern die entsprechende Gegenleistung zu erhalten. Das heißt die Loyalität von beiden Seiten. Und Loyalität baut auf, stärkt, festigt, gibt Sicherheit.

Also Mitarbeiter, die mitdenken und die mit viel Engagement ihre Aufgaben erfüllen, damit er wiederum seinem Vorgesetzten gute Ergebnisse präsentieren kann.

Von seinem Vorgesetzten wiederum wird er respektvoll, fair und gerecht behandelt. Außerdem berücksichtigt sein Chef selbstverständlich seine Bedürfnisse und geht auf ihn ein. Soweit die Theorie. Ein schöner Traum…..?

Wir alle wissen, dass es solch ein Szenario wohl nur äußerst selten in der Praxis geben wird. Der Alltag sieht meist anders aus. Der Meister steht zwischen zwei Fronten, versucht auszugleichen, – es sind die berühmten „Sandwich“-Positionen. Gleichzeitig hat er aber auch die Chance auf diesen zwei Ebenen als Vorbild zu agieren. Seinen Mitarbeitern genauso wie seinem Vorgesetzten das „richtige Maß“ vorzuleben und sich gesundheits- und damit leistungsfördernd zu verhalten. Die berühmte „work-life-balance“ selbst zu praktizieren um Arbeitsüberlastung und Zeitdruck entgegen zu wirken. Also nicht nur reden, sondern entsprechend handeln und leben.

Und so wie er es als Vorgesetzter vorlebt, kann er auf der anderen Ebene als Mitarbeiter erleben wie sich ein solcher ohne das entsprechende Vorbild fühlt. Das gibt eine schöne Rückkoppelung.

Oft belächelt, aber elementar ist es fair, offen und ehrlich mit den Beteiligten umzugehen, denn auch das Fehlen von Fairness begünstigt die Entstehung von Burnoutsymptomen. Und schließlich frei nach dem Motto – was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? – kann der Industriemeister seine eigenen Werte vertreten und ihnen treu bleiben.

Fehlende Anerkennung gepaart mit hoher Verausgabungsbereitschaft führt fast unweigerlich in den Bereich der kompletten körperlichen, geistigen und emotionalen Überlastung. Er wird unter Umständen am eigenen Leibe erleben, wie sich das dann anfühlt, – und kann seine Rolle als Vorbild entsprechend modifizieren. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im System Mitarbeiter – Meister – Geschäftsführer. Wenn er sich ändert, wird sich alles andere auch verändern, nach oben und nach unten. Aber dazu muss er gesund sein oder sich zumindest gesund fühlen. Und er braucht Rückhalt und Rückgrat.

Also, Fluch oder Chance?
Entscheiden Sie doch einfach selbst.

Herzliche Grüße, Ihre
Ursula Jocham

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