Ich muss meine Mitarbeiter motivieren, damit …
solche oder ähnlich lautende Antworten bekomme ich häufiger in meinen Führungskräfteseminaren auf die Frage “Was ist eine typische Führungsaufgabe für Sie?“.
Eine derartige Antwort verrät mir viel über die Einstellung und das Verständnis dieser Führungskraft zum Thema Führung. Im Augenblick der Antwort ist mir klar, diese “arme Socke” wird per se enorme Ressourcen benötigen und vermutlich nichts anderes bewirken, als dass die von ihm geführten Mitarbeiter sein Frustrationspotential gegen unendlich schnellen lassen.
Wenn aber Motivation den Anspruch zur Durchführung und/oder Unterlassung von Handlungen beinhaltet, ist dies definitiv kein Erfolg versprechender Ansatz.
“Wessen wir am meisten im Leben bedürfen, ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.”
(Ralph Waldo Emerson)
So verstanden, kann eine Führungskraft beim Mitarbeiter „Motivation initiieren”, indem sie zum Beispiel …
- partnerschaftlich Ziele vereinbart,
- den betrieblichen Kontext bewusst gestaltet,
- realistische Entwicklungsmöglichkeiten für den einzelnen Mitarbeiter aufzeigt und
- ein zeitnahes und ehrliches Feedback über die erzielten Resultate verständlich an den jeweiligen Mitarbeiter kommuniziert.
Bei Erfüllung dieser Voraussetzungen, entstehen im Mitarbeiter exakt die Gründe, aus denen er handeln will – die Motivation (intrinsische Motivation).
Alles akademischer Blödsinn?
Nein, durchaus nicht, denn wer als Führungskraft nur „motivieren will”, setzt den Hebel an der falschen Stelle an und kann seine Mitarbeiter niemals nachhaltig erfolgreich führen.
Die in bekannten Motivationssendungen kommunizierten Aufrufe zum “Tschaka, du schaffst es” und anderen Parolen dieser Güte halte ich für extrem unseriös, da sie i.d.R. eher demotivierend wirken. Das liegt daran, dass sie den unterschwelligen Vorwurf der Abwesenheit von tatsächlicher Leistungsbereitschaft unterstellen. Das wiederum bildet eine solide Grundlage für weitere Scharmützel mit dem Mitarbeiter, d.h. es kommt wenig Langeweile auf.
Ich möchte Sie auffordern sich anderen Fragestellungen zu öffnen, als diesen:
- Welche Motivatoren muss ich einsetzen?
- Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?
Welche Fragestellungen können Sie mir stattdessen anbieten – Fragen die wirklich zu Motivation führen?
Ich freue mich auf Ihre Antworten!
Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke
[der Mensch macht's!] - im anspruchsvollen Terrain der Motivation
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Ohne die “richtige” Führungskompetenz in der Mitarbeiterführung, im Speziellen den weichen Faktoren (Soft Skills), so zeigt unsere Erfahrung, ist die Karriereleiter für Industriemeister deutlich kürzer!
