Führung 2.0 – Führungsansprüche im Wandel

21.11.2011

Der gängige Anspruch an eine Führungskraft, wie z. B. den Industriemeister, lautet: Effektive Umsetzung der “heruntergebrochenen” Unternehmensziele.

Das war so und wird vermutlich auch so weiterhin Bestand haben.

ABER, was zu einer radikalen Veränderung der Unternehmenskultur und damit des Führungsanspruches führen wird, ist der nicht wegzudiskutierende massive Einfluss des WEB 2.0.

Ich rede hier nicht von einem vorübergehenden Hype, sondern vielmehr von einem ernstzunehmendem Wandel in der Kommunikationsstruktur, dem sich kein global denkendes Unternehmen verschließen darf – jedenfalls nicht, wenn die Existenzsicherung des Unternehmens ein vordergründiges Ziel ist.

Es ist mittlerweile lächerlich simpel geworden, eigene Communities zu bilden und dazu häufig gratis, die relevanten Texte sowie erläuternde Grafik schnell zu publizieren.

Bisher, so die gängige Praxis, “hört” die Mehrzahl der Führungskräfte lediglich einmal im Jahr von den Mitarbeitern – beim Mitarbeiterjahresgespräch. Fakt ist aber, dass immer mehr Unternehmen die unterschiedlichsten Möglichkeiten des WEB 2.0 zur betriebsinternen Kommunikation nutzen. Soziale Netzwerke, Wikis und Microblogging werden zielgerichtet genutzt, um z. B. Prozesse unterschiedlichster Art zu realisieren und zu optimieren.

Im simpelsten Fall ist es ein Social Plugin, wie der “Gefällt mir”-Button von Facebook, mit dem ein innerbetriebliches Feedback realisiert wird.

Mit den Möglichkeiten des WEB 2.0 werden die “kommunikativen Karten” in Unternehmen neu gemischt und verteilt – das gilt auch für den Industriemeister. Vielen Mitarbeitern ist die zeitnahe und umfassende Information – auch vom Management her – sowie eine mögliche Einflussnahme zunehmend wichtiger geworden.

Dies erfordert von Industriemeister einen sicheren Umgang mit den neuen Medien aber auch das nötige Gefühl und Gespür, wann und in welchem Kontext die Mitarbeiter beteiligt werden können oder müssen.

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Mit herzlichem Gruß,

euer Wolfgang Natzke

[ der Mensch macht's! ] – besonders im Wandel

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Effektive Mitarbeiterbindung – Teil 1

17.10.2011

Viele Führungskräfte “vergraulen” unbeabsichtigt, aber dennoch effektiv ihre persönlichen Leistungsträger, weil sie Geld irrtümlicherweise immer noch für den Bindungsfaktor schlechthin halten – welch ein folgenreicher Irrtum.

Das stimmt mich immer traurig und nachdenklich zugleich! Warum?

Weil diese Führungskräfte die wahren Bindungsfaktoren offenbar nicht kennen, wobei die meisten davon nicht einen Cent kosten.

Wer ein WARUM zu leben hat, erträgt fast jedes WIE.
(Friedrich Nietzsche)

Folgendes selbst praktizierte Beispiel macht deutlich, worum es mir geht:

Ein Mitarbeiter von mir in der Kundendienstabteilung reparierte Bürostühle. Jeden Arbeitstag schaut er zu Arbeitsbeginn in seinen PC um die aktuellen Aufträge abzurufen – Zahlen, Daten und Fakten. Jeden Tag dieselbe Prozedur – kein Wunder, dass gelegentlich dringende Kundenaufträge tagelang geschoben wurden. Auf entsprechende Nachfragen meinerseits reagierte er mit einem “Alles der Reihe nach, auch ich habe nur zwei Hände.”

Was konnte ich tun? Wie den Mitarbeiter motivieren?

Ich hatte folgende Idee. Ich bat einen Außendienstmitarbeiter eben diesen Mitarbeiter zu einem demnächst anstehenden Kundenbesuch mitzunehmen.

Die erste Reaktion des Kunden war folgende: “Gott sei Dank sind Sie mitgekommen! Wir haben ein paar Probleme mit … Als er und der Außendienstler wieder im Unternehmen waren suchte ich Ihn auf, um mir vom Kundenbesuch berichten zu lassen. Mein Mitarbeiter schilderte spontan folgendes Gefühl: “Herr Natzke, die brauchen mich ja wirklich! Ohne mich kommen die nicht voran.” Sie ahnen es schon, die Bearbeitungszeiten der Kundenaufträge halbierten sich nahezu. Warum?
Nun, weil mein Mitarbeiter den Sinn seinen täglichen Arbeit erkannt, nein, hautnah erlebt hat. Wobei das nur die kurzfristige Wirkung war. Langfristig hatte ich einen treuen und loyalen Mitarbeiter gewonnen. Eine Bilderbuch Win-win-Situation war entstanden.

Lassen auch Sie Ihre Leistungsträger den Sinn ihrer Arbeit erleben. Weil Sinnhaftigkeit wirkungsvoller bindet als vieles andere.

Management by “Walking around”

Viele Mitarbeiter kündigten wegen der “mangelnden Betreuung durch Vorgesetzte” – ein weiter trauriger Fakt. Wann sehen Sie ihre Führungskraft? Eine häufige Antwort auf diese Frage lautet: “Nur dann, wenn sie was von uns will – oder etwas etwas in die Hose gegangen ist.”
Zeigen Sie  Präsenz! Und damit meine ich nicht, dass Sie permanent Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stehen – schließlich haben Sie auch ein paar Dinge zu erledigen. Nein –  ich rede davon, im relevanten Augenblick dem Mitarbeiter das Gefühl zu vermitteln, dass er den Mittelpunkt Ihres Denkens und Handelns bildet.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Mal angenommen, eine Mitarbeiterin sucht Sie auf, obwohl Sie in wenigen Minuten zu einem dringenden Meeting müssen. Wie würden Sie darauf reagieren? Der Regelfall wird sein: “Frau … , ich habe gerade keine Zeit für Sie, weil ich gleich in ein wichtiges Meeting muss.”
Wie würden Sie sich fühlen? Kalt abserviert – oder? Wie würde Ihnen diese Antwort gefallen – bei identischer Ausgangssituation: “Hallo Frau … , es geht gerade etwas hektisch zu, Sie kennen das ja auch. Ein wichtiges Metting wartet auf mich, aber die nächsten fünf Minuten widme ich mich nur Ihnen!”
Wow – das hinterlässt Wirkung. Ihre Mitarbeiterin registriert Ihren Zeitdruck sehr wohl und noch viel mehr, dass Sie sich unter diesem Druck auch noch Zeit für Sie nehmen. Sei fühlt sich wichtig – ein wirklich gutes Gefühl.

Wenn Sie nur fünf Minuten Zeit pro LeistungsträgerIn jeden Tag investieren, so kann in der Regel erst gar kein Leidensdruck entstehen, der ein größeres Zeitfenster von Ihnen erfordert.
Wer diese Zeit nicht invertieren kann oder will, verdient keine “High Potentials”.

Weitere Anregungen zur Gratis-Mitarbeiterbindung erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag.

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euer Wolfgang Natzke

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Aktive Mitarbeiterbindung

10.10.2011

In den letzen Monaten höre ich Führungskräfte häufig darüber klagen, dass für viele Aufgaben und Tätigkeiten trotz intensiver Bemühungen entweder gar kein, oder nur unzureichend qualifiziertes Personal zu bekommen ist.

Fakt ist: Es herrscht Fachkräftemangel in Deutschland!

Diese Tatsache erfordert bei manchen Führungskräften ein rigoroses Umdenken in ihrem Führungsverhalten. Es ist im globalem Markt geradezu „überlebensnotwendig“ geworden, überdurschnittlich gute Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen zu binden.

Die Überraschung:
Der monetäre Aspekt ist dabei nicht der wirklich relevante Faktor.

Was aber ist bei Fachkräftemangel zu tun?
Richtig – man jammert lautstark darüber!

Mir geht es den beiden folgenden Blogbeiträgen darum, Methoden und Techniken zu beschreiben, die einfach funktionieren. Und solange etwas funktioniert, das ist ein Fazit aus meiner gemachten Erfahrung, dann liegt es in der Regel am achtsamen Umgang mit den Details. Die Beachtung des Filigranen macht den Unterschied zwischen amateurhaftem Experiment und meisterlichem Können aus.

Die weniger professionelle Führungskraft versucht häufig, einen wirklichen Leistungsträger – high performer – an sich zu binden, indem sie sich für X Euro mehr Entgelt einsetzt. Das ist ebenso simpel wie mittel- und langfristig absolut wirkungslos. Mehr Geld wird relativ schnell zur Gewohnheit und hat damit lediglich den Status eines Hygienefaktors – mehr aber auch nicht.

Wie Sie Ihre Leistungsträger und „high performer“ auf „Nummer Sicher“ parken können und wie Sie Management-Retention dabei unterstützt, verrate ich Ihnen in den folgenden zwei Blogbeiträgen.

Begleiten Sie mich auf dem Weg vom Amateur zum Professional – es lohnt sich!

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Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke

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Die Rückdelegationsfalle – Teil 2

15.08.2011

Wer mag ihn nicht – den netten, hilfsbereiten Vorgesetzten, der unablässig für ein gutes Betriebsklima sorgt? Sie erleichtern den Job doch ungemein – vor allem den eigenen. Sie sind offen für Anliegen, Bitten oder soziale Hilfestellungen jeglicher Art. Sie opfern sich noch selbstlos auf, wenn andere schon längst das Handtuch geworfen hätten. Solche Vorgesetzte liebt jeder. Sie sind, gar keine Frage, mit einer ungeheuren Sozialkompetenz ausgestattet – aber auch ungeheuer blöd.

Wer als Vorgesetzter seine Hilfe seine Mitarbeitern allzu bereitwillig entgegenbringt, zahlt dafür einen sehr hohen Preis. Irgendwann kommt das Gefühl hoch, der Depp der Abteilung zu sein und dabei auch noch deren Job mitzumachen.

Sie kennen folgende Gesprächssituation?
Ein Mitarbeiter von Ihnen kommt in Ihr Büro und sagt: “Chef, haben Sie mal eine Minute Zeit für mich? Wir haben da folgendes Problem…”

Bingo – schon haben Sie das Problem an der Backe und müssen  sich selbst um die Lösung kümmern. Richtig blöd gelaufen – oder?

Sie haben sich unbewusst von der Führungskraft zur Fachkraft degradiert.  Für die eigentliche Führungsarbeit bleibt damit immer weniger Zeit, je mehr Aufgaben anderer Sie als Führungskraft erledigen.

Schützen Sie sich vor Rückdelegation!

Hier ein paar Anregungen, wie Sie Ihre Rückdelegationsquote deutlich senken können:

  • “Halbfertiges” geht sofort zurück
    Kommt Ihnen die Story bekannt vor?
    “Herr Kowalski, wo bleibt Ihr Budgetbedarf fürs nächste Jahr?” – “Ist gleich fertig, hier ist er schon.” – “Dann zeigen Sie mal her.” – “Hier, schauen Sie. Wir erfüllen damit alle gesetzten Anforderungen. Das einzige, was noch fehlt, ist die Kalkulation für … und die daraus resultierende Berücksichtigung der erforderlichen Neueinstellungen für … .” – “Was? Warum ist das noch nicht berücksichtigt? Aber wo Sie gerade hier sind: Setzen Sie sich hin. Gehen wir’s mal gemeinsam durch.”
    Eigentor! Angeschmiert! Rückdelegiert! 

    Wie geht’s besser?
    Wenn Sie mal Ihren “gesunden Menschenverstand” befragen, wozu rät er Ihnen? Richtig – ein “Einlauf” ist fällig.

    In unserem Fall könnte das so aussehen:
    “Herr Kowalski – ich habe unmissverständlich einen kompletten Budgetbedarf angefordert und Sie liefern mir Halbfertiges? Ich erwarte die Komplettbearbeitung meines Auftrages bis … . Mal sehen, wie Sie reagieren, wenn in Ihrer Leistungszulage auch mal etwas unvollkommen ist.”
    Das Gesagte müssen Sie dabei schon etwas lauter artikulieren, damit es der Mitarbeiter auch wirklich ernst nimmt.

  • Mitarbeiterentwicklung ist angesagt
    Mit machen delegierten Aufgaben ist der Mitarbeiter schlichtweg überfordert. Einer der Hauptgründe für kalte Rückdelegationen: Die Mitarbeiter sind oft weniger gerissen als überfordert. 

    Was ist also zu tun?
    Zwei mögliche Ansätze:
    Erstens: Delegieren Sie “Neuland-Aufgaben” nur an jene Mitarbeitern, die nicht untergehen, wenn Sie ins kalte Wasser geworfen werden. Die sind in der Regel jedoch rar gesät.
    Für den Rest gilt: Erst fördern, dann fordern. Erst qualifizieren, dann delegieren.
    Wenn Sie jemandem eine Aufgabe geben, sorgen Sie unbedingt dafür, dass er auch die dafür nötige Kompetenz hat.
    Mentoring, Training, Externes Coaching, … – wie Sie das hinbekommen, ist egal. Aber tun Sie es.
    Mitarbeiterentwicklung gehört zur Führungsaufgabe.

  • “Wer das Problem hat, hat die Lösung” – der Coaching-Ansatz
    Sie allen kennen den legendären Satz der Crew von Apollo 13:
    “Houston, we’ve had a problem”
    In welchem Kontext vollzieht sich die Rückdelegation am häufigsten?
    Richtig – im Problemfall!
    “Chef, wir haben da ein Problem.” – “Zeigen Sie mal her, so kompliziert kann das doch gar nicht sein.” Rückdelegation in Reinkultur. 

    Wie können Sie vorgehen?
    Wie wärs mit folgendem Ansatz: “Herr … Sie haben ein Problem? Okay – welche Lösungen können Sie mir anbieten?” Peng, dass sitzt!
    Als ich als Projektleiter in den USA war, hing an vielen Büros folgender Spruch:
    “if you’re not part of the solution, you’re part of the problem”
    Ich habe diesen Spruch folgendermaßen modifiziert:
    Bringen Sie mir eine Lösung oder ein Problem?

    Für ganz ausgebuffte Führungskräfte: “Selbstverständlich dürfen Sie jederzeit gern mit einem Problem zu mir kommen – wenn Sie mir gleichzeitig drei gute Lösungsoptionen mitbringen.” Wer ohne Lösungen kommt, wird rigoros weggeschickt. Das führt bei konsequenter Anwendung zu einer enormen Entlastung – warum soll der Mitarbeiter überhaupt zu Ihnen kommen, wen er selbst gute Lösungsansätze entwickeln kann? Das mach doch stolz – oder?

  • Chef, der hat mir in die Hose geschissen
    Mal wieder ne Story für die Klarheit?
    Sie: “Warum habe ich den Report … noch nicht auf dem Tisch?” Delegationsnehmer:  “Der hängt noch in Abteilung X.” Sie:  “Ja und? Wieso ist der noch nicht da?” Delegationsnehmer:  “Weil es für diesen speziellen Ablauf keine etablierten Prozesse zwischen X  und unserer Abteilung gibt. Vielleicht sollten Sie darüber mal mit dem zuständigen Abteilungsleiter von X reden.”
    Was sich hier vielleicht logisch anhört, ist absolut inakzeptabel. 

    Wie geht’s anders?
    Erstens: Arbeitsprozesse zwischen Abteilungen laufen niemals zwischen Abteilungen ab, sondern stets zwischen zwei Mitarbeitern zweier Abteilungen.
    Zweitens: Falls die Beteiligten nicht den “Arsch in der Hose haben”, auch nötigenfalls einen neuen Prozess untereinander zu definieren, dann ist ein klärendes Gespräch angesagt. Erst wenn die Beteiligten es nicht hinbekommen, dürfen Sie intervenieren.

(Quelle: zehn.de)

Die Berücksichtigung der obigen Tipps wird langfristig zu einer abnehmenden Rückdelegationsquote bei Ihnen führen – Step by Step.

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Mit herzlichem Gruß,
euer Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – besonders bei der Delegation

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Die Rückdelegationsfalle – Teil 1

08.08.2011

Delegation ist noch immer ein “billiges”und probates Mittel zur Mitarbeiterentwicklung. Bei der Delegation von Aufgaben durch die jeweilige Führungskraft ist unbedingt darauf zu achten, dass die übertragene Verantwortung und die gewährte Kompetenz in einem gesunden Proporz zueinander stehen. Ansonsten sind Baustellen vorprogrammiert. Das Delegationsprinzip funktioniert in der Regel auch recht gut, bis zu dem Augenblick, wo der Mitarbeiter die Ihm übertragene Aufgabe nicht erledigen will.

Das formuliert er jedoch nicht so, weil er genau weiß, dass er damit bei Ihnen keine Chance hat – zu Recht. Also murmelt er etwas wie “Wie haben Sie sich das …?” , “Wie soll ich das denn …?” oder etwas, indem das Wort “Problem oder Unsicherheit” auftaucht.

Wie reagieren Sie darauf? Wenn Sie sagen, “Lassen Sie mal sehen!” oder “Zeigen Sie mal her!” schnappt die Rückdelegationsfalle gnadenlos zu!

Diese Form der kalten Rückdelegation beherrschen manche Mitarbeiter geradezu meisterhaft. Sie vermitteln Ihnen den Zustand völliger persönlicher Überforderung und Hilflosigkeit und appellieren an Ihr gutes Herz. Gleichzeitig geben Sie Ihnen das Gefühl von wahrer Kompetenz und menschlicher Größe.
Und – schon wieder kalt erwischt!

Letztendlich erledigen Sie die ursprünglich delegierte Aufgabe selbst – das kann es nicht sein – oder?

Die Rückdelegationsquote liegt bei manchen Industriemeistern locker bei 50% und mehr. Das bedeutet im Klartext, dass jede zweite delegierte Aufgabe in Teilen oder in Gänze zurückkommt. Wenn Sie gern den Job Ihrer Mitarbeiter miterledingen wollen und über ein endloses Zeitkontingent verfügen, dann machen Sie das auch so. Auf Dauer verlieren Sie damit jedoch jeden Respekt der Mannschaft als Führungskraft.

Schützen Sie sich vor Rückdelegation!

Hier ein paar Anregungen, wie Sie Ihre Rückdelegationsquote deutlich senken können:

  • Sie sind verhindert? Dann suchen Sie Vertretung!
    Kommt Ihnen die Story bekannt vor?
    “Herr Schröder, Sie sind seit einer Woche mit dem … säumig! Ich brauche Ihren … spätestens morgen!” – “Das geht nicht. Ich habe eben eine dringende Anfrage von einem A-Kunden auf dem Tisch. Sie sagen doch immer, dass der Kunde bei uns König ist!” – “Stimmt – dann muss ich mich halt selber drum kümmern!”
    Gefoppt! Rückdelegiert! Dummdödel! 

    Wie geht’s besser?
    Lassen Sie die Verantwortung bitte da, wo sie hingehört – beim Delegationsnehmer. Er kann gern unterdelegieren.

    In unserem Fall könnte das so aussehen:
    “Gut – Sie bearbeiten die A-Kundenanfrage. Aber der … liegt mir trotzdem morgen, spätestens 09.30 Uhr , vor. Entweder Sie machen Überstunden oder Sie delegieren das an einen kompetenten Kollegen. Egal, was der Stellvertreter mir vorlegt: Verantwortlich bleiben Sie.”
    Der Nachsatz ist der dabei wirklich relevante Part.

    Ihr Mitarbeiter wird vermutlich still fluchen – das ist akzeptabel. Wichtig ist, er wird die übertragene Aufgabe selbst erledigen oder korrekt delegieren. Jedenfalls wird die Aufgabe dann erledigt – und zwar nicht von Ihnen! Das ist das entscheidende.

  • Was geht mich Ihr CC an?
    Eine besonders subtile Form der Rückdelegation steckt im CC bei E-Mails. Die auf CC gesetzte Führungskraft übernimmt Verantwortung für den Inhalt der Mail. Lerneffekt der Mitarbeiter – wir brauchen unsere Probleme gar nicht selbst zu lösen! Wir brauchen nur Herrn X (Sie) auf CC zu setzen und die Welt ist rund -  der “Leitungs-Dödel” (wieder Sie) wird’s schon richten.
    Das ist der sichere Weg zur innerbetrieblichen Lachnummer zu werden. 

    Was können Sie tun?
    Kommunizieren Sie gegenüber Ihrer Mannschaft deutlich, dass Sie generell keine CC-Mails lesen. Sie erwarten eine direkte Ansprache, auch bei E-Mails.

  • Sie sind Leiter? Dann leiten Sie bitte auch!
    Zur Verdeutlichung mal wieder ne Story.
    Sie: “Warum wurde dieser zugesagte Termin nicht eingehalten?” Delegationsnehmer: “Es gab ein Problem mit …” – “Wer ist dafür zuständig?” – “Der Müller. Aber der Müller kann nichts dafür, weil die Schröder ihm die … erst verspätet geliefert hat.” – “Und wie soll das jetzt weitergehen?” – “Vielleicht könnten Sie mal mit der Müller sprechen – und der Schröder.” 

    Wenn Sie jetzt dem absolut verständlichen Instinkt folgen das “Buschfeuer” zu löschen, dann folgen einem Reflex. Führungsarbeit bedeutet aber nicht Reflexen zu folgen. Was wäre das Resultat, wenn Sie jedem Reflex folgen würden?

    Was geht’s anders?
    Kommunizieren Sie an den Delegationsnehmer folgendes unmissverständlich:
    “Sie sind mein … und tragen die Verantwortung für … . Wenn Sie diese Verantwortung nicht ausfüllen können oder wollen, dann habe ich einen Fehler gemacht und den falschen … benannt. Diese Fehlentscheidung werde ich korrigieren.”
    “Zugesagte Termine sind absolut verbindlich. Die werden weder diskutiert, noch überzogen, die werden gehalten.”

    Ihr Ziel ist es, dass der Delegationsnehmer seine Verantwortung nicht lediglich ausfüllt sonder als Privileg versteht und wertschätzt.

(Quelle: zehn.de)

Die Berücksichtigung der obigen Tipps wird langfristig zu einer abnehmenden Rückdelegationsquote bei Ihnen führen – Step by Step.

Die Fortsetzung zur Vermeidung von Rückdelegation folgt im nächsten Blogbeitrag.

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euer Wolfgang Natzke

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Authentizität – was bringt’s mir?

25.07.2011

Wenn ich Mitarbeiter in Seminaren frage, welche Eigenschaften sie sich von ihrer Führungskraft wünschen, so fehlt ein Eigenschaft ganz selten, auch wenn sie häufig anders benannt wird – Authentizität.

Auch in vielen Führungskräfteseminaren fällt das Wort Authentizität. Doch was ist eigentlich damit gemeint? Was bringt sie Ihnen? Und wie können Sie sie umsetzen?

Wenn ich über einen Nutzen argumentieren darf, so besteht der signifikante Vorteil eines authentisch wirkenden Menschen darin, dass er eine souveräne charismatische Ausstrahlung hat – und das in jeder Situation. Ein Mensch, der in Harmonie mit seinen Werten lebt und auch noch danach handelt, wirkt auf die Mehrheit der Menschen wie “aus einem Guss”.
Das liegt daran, dass er für uns transparent und damit einschätzbar wird.

Je mehr von dem, was wir wahrnehmen, zu der Person passt, desto “echter” – eben authentischer – wirkt diese Person auf uns.
Platter formuliert bedeutet Authentizität: “Ich bin wie ich bin!”

Prof. Götz W. Werner, der Gründer der dm-Drogerie markt GmbH & Co.KG Kette hat sich auch so seine Gedanken zum Thema “Authentizität und Führung” gemacht – bitte sehr:

Wie können SIE im Job authentischer wirken?

Hier ein paar Anregungen, wie Sie Ihre Authentizität noch steigern können:

  • Stärken - Seien Sie sich Ihre Qualitäten bewusst
    Wenn Sie Ihre Stärken leben, werden Sie von Ihrer Umwelt positiv wahrgenommen, da Sie authentisch wirken.
  • Selbstwert – Genießen Sie Ihren Wert
    Wenn Sie sich selbst wertschätzen, so steigt Ihr Selbstbewusstsein, was wiederum zu mehr Authentizität führt.
  • Defizite – Stehen Sie zu Ihren Defiziten
    Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und akzeptieren Sie Ihre Defizite -  sie sind Bestandteil Ihrer Persönlichkeit. Schwächen machen Menschen doch auch liebenswert, weil sie eben menschlich sind.
    Eine Schwäche einzugestehen zeugt doch von Stärke – oder?
  • Persönliche Einstellung – Haben Sie Klarheit
    Ihre Einstellung prägt Ihr Verhalten und Handeln nachhaltig. Verschaffen Sie sich Klarheit darüber, bei welchen Aspekten Sie eine eher zustimmende, bei welchen hingegen Sie eine eher ablehnende Einstellung haben.
  • Gedanken - Ihr Unterbewusstsein hat Macht
    Ihre Gedanken/Gefühle beeinflussen Ihre Worte. Das Unterbewusstsein Ihres Gesprächspartners wird eine Unstimmigkeit zwischen Ihrem  “Gesagten” und der “Körpersprache” wahrnehmen. Ihre Körpersprache passt dann einfach nicht zum Gesagten.
  • Mimik & Gestik – Lernen Sie Körpersprache
    Je mehr Ihre Körpersprache – und häufig sind es kleine Bewegungen, die kaum wahrnehmbar sind – in der Mimik und in der Gestik Ihre Worte unterstreichen, desto authentischer wirken Sie.
  • Ausstahlung – Achten Sie auf Ihre Work-Life-Balance
    Streben Sie nach einer Ausgeglichenheit zwischen Job und Freizeit – entfliehen Sie aus dem “Job-Hamsterrad”. Menschen spüren in welche Zustand Sie sich befinden. Zeigen Sie, dass es Ihnen gut geht.
  • Augenblick – Entdecken Sie Lebensfreude neu
    Leben Sie im Hier und Jetzt! Den Augenblick bewusst wahrzunehmen, präsent zu sein, macht authentisch. Sich selbst gegenüber und auch im Umgang mit anderen Menschen.
  • Identität - Wer sind Sie?
    Haben Sie Antworten auf die  Fragen: “Wer bin ich und was ist wir wirklich wichtig?” Wenn Sie das tun, wofür Sie stehen, wird Ihre Authentizität überwältigend sein.
  • Verhalten / Versprechen - Tun Sie Dinge, hinter denen Sie stehen
    Niemanden betrügt man so gut wie sich selbst! Authentisches Verhalten bedeutet aber auch, ehrlich zu sein – in erster Linie sich selbst gegenüber. Denn wenn Sie sich selbst gegenüber nicht ehrlich sind, werden Sie nur noch chaotisch wirken. 

    UND

    Halten Sie unbedingt gegebene Versprechen – ansonsten werden Sie auf Dauer unglaubwürdig. Und dann hat das mit Authentizität nicht mehr viel zu tun.

(Quelle: zehn.de)

Die Berücksichtigung der obigen Anregungen wird zu mehr Authentizität führen – eben Schritt für Schritt.

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euer Wolfgang Natzke

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Verbindlichkeit – ein Joker in der Führungsarbeit?

11.07.2011

In der Ausbildung wird den angehenden Industriemeistern viel Information über “Zusammenarbeit im Betrieb”, “Personalführung” und “Personalentwicklung” vermittelt – ich habe es ja selbst lange genug als Dozent mit viel Freude und Engagement praktiziert. Trotz allem Praxisbezug und vielen Übungen bleibt doch viel Unsicherheit bei den Teilnehmern bestehen, wie jetzt “gute Führungsarbeit” für sie persönlich zu gestalten ist.

Ein Indiz für gute Führung ist sicherlich, wenn Ihre Mitarbeiter Ihnen vertrauen und einschätzen können, woran sie mit Ihnen sind.

Daher ist so wichtig, dass Ihre persönlichen Führungsrichtlinien eindeutig, transparent und vor allem verbindlich sind. Damit sorgen Sie auch bei “Künstlern” und “jungen Kreativen” unter Ihren Mitarbeitern für Klarheit und Orientierung.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern” – dieser Ausspruch wird ja dem ersten deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer zugeordnet. Die Äußerung oder noch schlimmer das leben dieses Ausspruchs ist in der Mitarbeiterführung grundsätzlich möglich – aber tödlich.

Für welche Werte und Normen wollen Sie sich in Ihrer Führungsstil “breit machen”?

Nehmen Sie sich am Feierabend oder noch besser am Wochenende Zeit und legen Sie für sich selbst fest, welche Führungsmaxime für Sie wesentlich sind. Sorgen Sie für Struktur in Ihrem Führungsverhalten.

Beispiel: Mein Führungsstil soll durch folgende Kriterien geprägt sein:

  • Respekt gegenüber allen meinen Mitarbeitern
  • Aufbau von Vertrauen
  • Informationen sind in erster Linie eine Bringschuld
  • Maximum an Ehrlichkeit
  • Fähigkeit zur Kommunikation
  • Loyalität
  • Bereitschaft zum Konflikt
  • Fähigkeit zur Delegation

Egal, was Sie für sich persönlich auf Ihre Liste gesetzt haben, verschaffen Sie sich Klarheit darüber, was das für Ihre Führungsarbeit bedeutet.

  • Ein ist klar, Sie sind das Vorbild – alle Regeln gelten damit auch für Sie. Wenn Sie sich nicht 1 zu 1 an die Regeln halten, können Sie sie auch gleich in “Rundablage” entsorgen. Wenn Regeln lediglich Makulatur sind, wird sich keiner daran halten. Wer etwas von Mitarbeitern verlangt, muss es selbst vorleben wollen und können.
  • Kommunizieren Sie die “Spielregeln” an Ihre Mitarbeiter. Dabei können Sie sie als “Leitbild” vorschlagen oder mithilfe Ihrer Mitarbeiter weiter entwickeln. Wesentlich ist dabei, dass alle Mitarbeiter – in allen Schichten – über die “Spielregeln” für sie verständlich informiert sind. Es empfiehlt sich eine schriftliche Fixierung und eine Unterzeichnung von allen Mitarbeitern – das schafft Verbindlichkeit.
  • Machen Sie deutlich, wenn eine Regelverletzung droht, getreu dem Motto: bis hierhin und nicht weiter. Machen Mitarbeitern ist nicht bewusst, dass sie im Begriff sind, eine “Spielregel” zu verletzen.
  • Wenn Regeln verletzt werden ist eines erforderlich – Konsequenz im Handeln. Ermahnen Sie, führen Sie ein Kritikgespräch, mahnen Sie ab oder kündigen Sie in letzter Konsequenz. Machen Sie sich vorab über mögliche Sanktionen ausreichend Gedanken. Angedrohte Sanktionen, die nicht durchgeführt werden sind mehr als flüssig – nämlich überflüssig. Wenn Sie die Verletzung einer Regel einmal nicht sanktionieren, müssen Sie seht plausibel erklären, warum gerade hier und jetzt keine Konsequenzen erfolgen.
  • Regeln können auch durch einen “Leitungsträger” oder einen “Liebling” verletzt werden. Halten Sie die Disziplin ohne Ansehen der Person aufrecht. Es ist inakzeptabel, dass manche Mitarbeiter Regeln einhalten müssen, die andere nicht beachten brauchen. Das torpediert die Moral und die Motivation Ihrer Mitarbeiter.Tipp: Schaffen Sie deshalb mit Ihren Führungskollegen in zentralen Punkten Einigkeit über ein gemeinsames Führungsverständnis.

Ihre Mitarbeiter möchten sich grundsätzlich darauf verlassen können, dass nicht augenblicklich ein Verhalten akzeptiert oder sogar anerkannt wird, wofür sie zukünftig gerügt oder abgemahnt werden.

Konkret bedeutet das: Mitarbeiter wünschen sich eine “straighte” und vor allem gerechte Führungskraft.
Das erfordert vor allem: “Was heute gilt, muss auch morgen gelten!

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Ihr Wolfgang Natzke

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Entscheidungskompetenz – ja bitte!

04.07.2011

Als Industriemeister müssen Sie im Tagesgeschäft häufig Entscheidungen treffen – ein Merkmal für eine Führungskraft. Entscheidungen, die Ihre Karriere beeinflussen aber auch Ihre Mitarbeiter mittelbar oder unmittelbar betreffen.

Wie so häufig kommt es darauf an, WIE Sie eine Entscheidung herbeiführen – und WIE Sie sie dann an die “Mannschaft” kommunizieren. Nur wenn Sie aufrichtig überzeugt sind, können Sie auch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeistern.

Auch auf politischer Ebene ist Entscheidungskompetenz angesagt -
das “Schwarz-Gelb-Fieber”:

Entscheidungskompetenz ist deshalb von großer Bedeutung für Sie, daher…

  • haben Sie Mut zum UNperfektionismus
    Erheben Sie nicht den Anspruch der 100%-tigen Informiertheit, was i.d.R. zu einer zeitlichen Verschleppung von notwendigen Entscheidungen führt.
    Veränderungsansatz
    :
    Lassen Sie die längst gemachte Erkenntnis zu, dass der Tag, an dem Sie alle Informationen vorliegen haben, nie kommen wird!
    Daher legen Sie einen für sich akzeptablen Info-Status fest. Dabei kann Sie ein persönlich knapp Zeitlimit unterstützen, indem es verhindert, dass Sie sich mit unwesentlichen Aspekten beschäftigen.
  • trenne Sie sich von der Absicherungsmentalität
    Um eine Fehlentscheidung zu vermeiden holen Sie sich möglichst viele “Experten” ins Boot. Dadurch werden Entscheidungen verlagert, nach allen erdenklichen Konsequenzen untersucht und nach allen Seiten hin abgesichert – aber nie getroffen.
    Veränderungsansatz:
    Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Entscheidung auch das Restrisiko einer Fehlentscheidung beinhaltet. Sie können nicht alles 3-fach absichern. Betreiben Sie besser die Risikoanalyse: “Welchen Konsequenzen hat es, wenn Sie falsch oder gar nicht entscheiden?”. Häufig ist die Verschleppung einer Entscheidung weitaus schlimmer, als eine Fehlentscheidung.
  • akzeptieren Sie mögliche Fehlentscheidungen
    Um keine Fehlentscheidung zu treffen entscheiden Sie lieber gar nicht – getreu dem Motto: “Wenn ich nichts mache, mache ich schließlich auch keine Fehler.”
    Veränderungsansatz:
    Eine Führungskraft die eine Fehlentscheidung trifft, ist grundsätzlich besser, als eine  entscheidungsunfähige Führungskraft. Wer sich entwickelt macht Fehler – verinnerlichen Sie das bitte. Denken Sie über die Frage nach: “Was kann mir “worst case” passieren?”
  • haben Sie den Mut eine getroffene Entscheidung zu revidieren
    Ist Ihre Entscheidung getroffen, so beharren Sie nicht auf ihr und verteidigen sie mit allen Mitteln – besonders nicht, wenn sie falsch war.
    Veränderungsansatz:
    Besitzen sie die Souveränität, sich gegen eine (Ihre) getroffene Entscheidung zu stellen, wenn Sie zu der Erkenntnis gelangen, dass sie falsch ist. Stehen Sie zu der Revidierung und kommunizieren Sie das offen gegenüber Ihren Mitarbeitern. Folgende Fragestellung kann hilfreich sein: Wie würden Sie die Entscheidung bewerten, wenn sie ein anderer – z.B. Ihr Vorgesetzter – getroffen hätte? Für den Fall, dass Sie eine Korrektur der Entscheidung für sinnvoll erachten, zögern Sie nicht mit der Revidierung der Entscheidung.

Wenn Sie ergänzende Beiträge, Impulse oder konstruktive Kritiken für mich haben – jederzeit und wie immer gern!

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

[der Mensch macht's!] – speziell bei Entscheidungen

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Professioneller Umgang mit Kritik

23.06.2011

Der Umgang mit Kritik ist für die meisten von uns eine wirkliche Herausforderung. Kritik schmerzt dann besonders stark, wenn der Kritisierte sich in seiner gesamten Person in Frage gestellt fühlt. In der Regel können wir umso schlechter mit Kritik umgehen, je weniger wir uns selbst Fehler verzeihen können und umso geringer unser augenblickliches Selbstwertgefühl ist.

Was ist schlimmer, als kritisiert zu werden? Unprofessioneller Umgang mit Kritik!

Letztendlich entscheiden Sie ja darüber,

  • wie ernst Sie die Kritik und
  • die Person des Kritikers nehmen und
  • welche Stellenwert die Kritik für Sie hat.

Wenn Sie jetzt einmal Ihre bisherige Verhaltensweise bei Kritik reflektieren, zu welcher der drei archaischen Verhaltensweisen tendieren Sie eher?

  • Flucht - schneller, unkontrollierter Rückzug mit flankierendem Beleidigt sein
  • Kampf - gedankliche Einleitung eines rhetorischen Gegenangriffes
  • Totstellen - völlige Ignoranz der Kritik

Sind diese Verhaltensansätze empfehlenswert?
“Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war.” – Tacitus

Welcher Umgang ist vorteilhaft für Sie?

Mit Kritik “richtig” umgehen zu können ist eine wichtige Fähigkeit für Ihr seelisches Wohlbefinden, Ihren beruflichen Erfolg und für Ihre sozialen Beziehungen. In vielen Fällen lohnt es sich, wenn Sie Ihrem Kritiker genau zuhören.

Der professionelle Umgang mit Kritik ist erlernbar - auch für Sie!

Worauf sollten Sie achten wenn Sie zukünftig kritisiert werden und welcher vorteilhafte Umgang ist anzustreben?

Die TOP10 der Tipps zum Umgang mit Kritik:

  • Kritik begrüßen – Kritik ist immer eine Chance
    Wenn Sie Kritik als “Präsent” bewerten, ist sie weniger verletzend, sondern bietet die Chance zu wachsen.
    (Geschenke können auch zurückgewiesen werden – siehe die letzten drei Tipps! )
  • Feedback fordern – Öfter mal nachfragen
    Bitten Sie Menschen, die Ihnen wichtig sind, häufiger um Feedback.
  • “Danke” sagen – Feedback wertschätzen
    Bedanken Sie sich bei Ihrem Gesprächspartner, zum Beispiel mit den Worten
    “Vielen Dank für Ihre Rückmeldung! Jetzt weiß ich, wie … “
  • Aktiv zuhören – Den Kritiker ernst nehmen
    Fassen Sie das, was bei Ihnen auf zwei Ebene ankommt – Gefühl und Inhalt – zu einer Frage zusammen.
  • Konkrete Aussagen fordern - Nach konkreten Beispielen fragen
    Zwingen Sie Ihren Gesprächspartner, konkret zu werden.
    (“Was genau oder wann genau habe ich …”)
  • Positiv übersetzen – Auf Pauschalkritik bitte reagieren
    Kritik entlädt sich häufig pauschal (immer, nie, jedes Mal, …).
    Das ungerechtfertigte Attacke ermutigt zu einem Gegenschlag – Vorsicht!
    Dieses Verhalten bestärkt Ihren Kritiker eher in seinem Standpunkt.
  • Zukunft im Blick – Nach vorne schauen
    Die Mehrheit der Kritiker schaut in die Vergangenheit – da ist nichts mehr zu ändern. Bieten Sie den Blick nach vorne und ermitteln Sie, was sich Ihr Gesprächspartner wünscht.
  • Kritik zurückweisen – Gegendarstellung liefern
    Wenn Sie sich dafür entscheiden die Kritik aus guten Gründen nicht anzunehmen, fassen Sie das bisher Gesagte zusammen und legen Sie Ihren Standpunkt dar.
  • Gegenschlag – Gekonnt kontern
    Auf “gemeine” öffentlich geäußerte Kritik können Sie pointiert bei weniger Sachlichkeit mit einem “Augenzwinkern” reagieren.
    Das bringt Sympathie und die Chance  im “kleinen Kreis” die Meinungsverschiedenheit zu klären.
  • Verunsichern – Den Kritiker in die Defensive drängen
    Falls Sie kein schlagfertiges Argument parat haben, probieren Sie einmal folgenden Satz aus:
    “Ihre Aussage ist hochgradig interessant. Sie verraten mehr über sich selbst, als es Ihnen bewusst ist.”
    Bei Nachfragen des Kritikers platzieren Sie folgenden Satz:
    “Reflektieren Sie bitte einmal das, was Sie gerade zu mir gesagt haben.”
    Das verunsichert – garantiert!

(Quelle: zehn.de)

Wenn Sie kritisiert werden, erinnern Sie sich bitte daran, dass die Kritik die Meinung des Kritikers ist, d.h. er will klarmachen “Das ist seine Sicht. Sie können es auch anders sehen”. Jedes Ding hat mindestens 2 Seiten. Welche ist die Richtige? Gibt es überhaupt eine richtige Seite? Der andere hat das Recht auf seine Sicht, Sie aber auch.

Die Berücksichtigung der obigen Kritiktipps sollte zu mehr Souveränität im Umgang mit Kritik führen – Schritt für Schritt.

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Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

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Konfliktlösung in 4-Stufen – Stolpersteine

06.06.2011

Im Gespräch mit Mitarbeitern sind wir uns häufig nicht bewusst, welche unerwartete Wirkung unsere Worte auf den Gesprächspartner haben können, was besonders für spontane Gespräche gilt. Gerade im hektischen betrieblichen Tagesgeschäft wird Sprache als vertrauter unreflektierten Prozess genutzt. Die Verwunderung ist immens, wenn die Gesprächssituation unvorhersehbar eskaliert, obwohl wir es im eigentlichen Sinne “nur wohlwollend gemeint” haben. Wir haben schlichtweg ignoriert, dass auch durch die gewählte Sprache Gewalt auf den Gesprächspartner ausgeübt werden kann, was als verbale und nonverbale Konsequenz Ablehnung und Widerstand bewirkt.

Das im letzten Blogbeitrag beschriebene 4-Stufenmodell nach Rosenberg unterstützt Sie dabei, Ihrem Gesprächspartner das Gefühl zu geben, weder bewertet noch abgewertet zu werden. Es genügt – eine einfache Bitte – wohl begründet und in ehrlicher Absicht zu formulieren.

Mögliche Stolpersteine

  • Wer eine Bitte äußert, muss Klarheit darüber haben, dass er dem andern die Option zugesteht, dass der Bitte NICHT entsprochen wird. Das erfordert Akzeptanz, ansonsten wäre es keine Bitte, sonder eher ein Appell, der seinerseits verbale Gewalt ausüben würde.
  • Die tiefe innere Überzeugung, dass “gewaltfreie Kommunikation” generell schon funktioniert, nur eben nicht bei dem Menschen, mit dem Sie gerade in einen Konflikt verwickelt sind. Auch wenn Sie schon  alle Register zur Konfliktklärung gezogen haben, zweifeln Sie nicht, sonder wagen Sie einen Versuch – es lohnt!

Vermeiden Sie …

  • Kritik: “Ihr Standpunkt ist falsch, das müssen Sie so sehen …”
  • Wertungen: “Sie sind …”
  • Interpretationen: “Sie machen das, weil …”
  • Sanktionen: “Wenn Sie nicht …, dann …”
  • Statusdenken: “Sie müssen doch einsehen, dass ich als Meister …”

Der Weg

Trainieren Sie sich darin,

  • vermehrt auf die Gefühle des Gesprächspartners zu achten,
  • stärker die Bedürfnisse des Gesprächspartners herauszufinden,
  • Interpretationen von Fakten zu trennen,
  • häufiger zu bitten, anstatt zu fordern.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung und die nötige Ausdauer.

Mit herzlichem Gruß,
Ihr Wolfgang Natzke

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